Samstag, 30. Juni 2018

Die Insel der Zitronenblüten - Cristina Campos


Autor: Cristina Campos

Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag

Seitenzahl: 448

ISBN: 978-3-7341-0433-6

Erscheinungsdatum: 19. März 2018

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

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Cover:


Mich hat das mediterran gestaltete Cover sofort angesprochen. Die schmale Gasse mit den vielen Pflanzen versetzte mich direkt in Urlaubsstimmung und ich wollte dieses Buch unbedingt lesen. Dennoch muss ich nach dem Lesen sagen, dass es nicht so recht zur Geschichte passt.


Erster Satz:


Anna hatte ihre Beerdigung sorgfältig geplant.


Inhalt:


Eine kleine Bäckerei auf Mallorca, der Duft des Sommers und ein geheimnisvolles Erbe …

Als Marina von ihrem Erbe erfährt, ahnt sie nicht, dass es ihr ganzes Leben verändern wird. Vor langer Zeit verließ sie ihre Heimat Mallorca und brach den Kontakt zu ihrer Schwester Anna ab. Niemals mehr wollte sie zurückkehren. Doch jetzt wurde ihnen beiden die kleine Bäckerei in Valldemossa vermacht. Auf der Insel angekommen, kann Marina dem Duft von Zitronenbrot nicht widerstehen. Sie weiß, sie sollte das alte Anwesen einfach verkaufen, aber irgendetwas hält sie davon ab – ein Geheimnis, das nur darauf wartet, gelüftet zu werden ...




Meine Meinung zum Buch:


"Die Insel der Zitronenblüten" hat mich leider sehr zwiegespalten zurückgelassen. Ich hatte aufgrund des lebensfrohen Covers sowie des Klappentextes eher eine locker leichte Sommerlektüre erwartet und war mehrfach am überlegen das Buch abzubrechen, aber dann wiederum wollte ich endlich wissen, was das Geheimnis dieser Erbschaft war und wie es mit den beiden Schwestern weitergehen würde.

Als Marina von der Erbschaft einer Bäckerei auf Mallorca erfährt, möchte sie eigentlich nur für wenige Tage dorthin reisen um den Verkauf abzuwickeln. Nur ungern lässt sie ihre Arbeit für Ärzte ohne Grenzen in Äthiopien ruhen, wo wenige Tage zuvor eine Junge Frau bei der Geburt ihrer Tochter verstarb. Dieses Baby, was sie die ersten Tage gemeinsam mit ihrem Lebenspartner versorgte, bringt sie notgedrungen in ein Waisenhaus, doch gleichzeitig fragt sie sich, welches Leben dieses Kind erwarten wird.

Die Schilderungen über Marinas Arbeit bei Ärzte ohne Grenzen fand ich wahnsinnig aufschlussreich und besonders am Anfang der Geschichte auch sehr bedrückend. Ohne zu beschönigen wurde hier auch vieles hinterfragt oder kritisiert, was mich wirklich nachdenklich machte. Durch die sympatische Hauptprotagonistin Marina konnte man sehr gut nachempfinden, welch schwierige und aufreibende Arbeit diese Hilfsorganisation leistet.

Mit Marinas Schwester Anna hatte ich große Schwierigkeiten, da sie mir einerseits leid tat, aber andererseits konnte ich auch nicht nachvollziehen, warum sie mit solch einem Mann über so einen langen Zeitraum verheiratet war. Mich machte das unheimlich wütend wie er mit ihr umging und durch die vielen Rücklicke erfuhr man soviel Abscheuliches, sodass ich nicht verstand, warum Anna nicht längst die Scheidung eingereicht hatte.

Der Schreibstil von Cristina Campos ist einfach und verständlich, sodass man der Geschichte problemlos folgen konnte, aber die vielen Rückblicke, die nach und nach die Kindheit sowie Jugend der Schwestern erzählten, waren mir oftmals zu weit ausschweifend und ich denke, man hätte das alles auch ein wenig abkürzen können. So richtig packen konnte mich dieses Buch leider erst zum Ende hin, als es um Marinas Zukunft ging und sich gleichzeitig die Ereignisse beinahe überschlugen.

Mein Fazit:


Eine gelungene und auch gut durchdachte Grundidee, jedoch schaffte das Buch es leider erst am Schluss mich mitzureißen. Viele Charaktere blieben mir zu blass und die bedrückende Stimmung, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zog, war nicht das, was ich mir von diesem Buch erwartete.



Kommentare:

  1. Hallo,

    danke für die sachliche und informative Rezi, dieses Buch hat mir persönlich recht gut gefallen, schade, dass es dich nicht ganz überzeugen konnte. Ausschweifend fand ich die Rückblicke nicht so sehr, mich hat eher die Themenvielfalt etwas gestört, doch bei Debüts verzeihe ich solche Dinge gern.
    Mich hat die Erzählung an sich mitgerissen.

    Liebe Grüße
    Barbara

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    1. Liebe Barbara,

      ich war bereits über Deine Rezi gestolpert und freue mich, dass Dir das Buch so sehr gefallen hat. Die Themenvielfalt fand ich im Prinzip sehr gut, aber letztenendes hatte ich trotz der vielen vorherrschenden Probleme immer das Gefühl, dass die Handlung lediglich dahin plätschert. Die Protagonisten gingen ihren Gedanken nach und blickten zu weit in die Vergangenheit zurück und es passierte einfach zu wenig.

      Liebe Grüße
      Diana

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  2. Liebe Diana

    Wie schade, dass dich das Buch nicht komplett überzeugt hat. Es sieht ganz so aus, als wäre da eigentlich mehr möglich gewesen. Gerade, wenn die Grundidee stimmt, ist das ja eigentlich schon die halbe Miete. Aber eben nur die halbe...

    Dafür macht sich das Cover gut im Regal, das ist ja auch etwas :-)

    Alles Liebe dir
    Livia

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    1. Liebe Livia,

      das Cover mag ich auch unheimlich gern und es wirkt so herrlich beruhigend. Das Buch hat an sich hat bereits viele begeisterte Leser gefunden, und ich habe auch gesehen, dass einige Zeitungen das Buch empfohlen haben, aber dazu fand ich es dann schlichtweg zu schwach. Hätte ich es im Urlaub begonnen, hätte ich wohl schnell aufgegeben, da es mich kaum fesseln konnte.

      LG Diana

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