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Sonntag, 16. September 2018

Der verbotene Liebesbrief - Lucinda Riley


Autor: Lucinda Riley

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 704

ISBN: 978-3442484065

Erscheinungsdatum: 18. September 2017

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

oder bei: Amazon



Cover:


Das Cover ziert eine malerische Küstenlandschaft, welche zugleich etwas Bedrohliches hat. Mich hat es sofort fasziniert und neugierig gemacht auf die Handlung.


Erste Sätze:


» James, mein Lieber, was machst du hier?«
Verwirrt sah er sich um, machte eine paar Schritte vorwärts und geriet ins Stolpern.


Inhalt:


Als der berühmte Schauspieler Sir James Harrison in London stirbt, trauert das ganze Land. Die junge Journalistin Joanna Haslam soll in der Presse von dem großen Ereignis berichten und wohnt der Trauerfeier bei. Wenig später erhält sie von einer alten Dame, die ihr dort begegnet ist, einen Umschlag mit alten Dokumenten – darunter auch einen Liebesbrief voller mysteriöser Andeutungen. Doch wer waren die beiden Liebenden, und in welch dramatischen Umständen waren sie miteinander verstrickt? Joannas Neugier ist geweckt, und sie beginnt zu recherchieren. Noch kann sie nicht ahnen, dass sie sich damit auf eine Mission begibt, die nicht nur äußerst gefährlich ist, sondern auch ihr Herz in Aufruhr versetzt – denn Marcus Harrison, der Enkel von Sir James Harrison, ist ein ebenso charismatischer wie undurchschaubarer Mann ...


Dienstag, 18. Oktober 2016

Sizilianische Rache - Ann Baiano


Autor: Ann Baiano

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 288

ISBN: 978-3442205134

Erscheinungsdatum: 15. August 2016

Ebenfalls als E-Book sowie Hörbuch erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

oder bei: Amazon



Cover:


Die Umschlaggestaltung gefällt mir richtig gut, da ich mich generell angezogen fühle von maritimen Motiven. Durch den wolkenverhangenen Himmel sieht das Bild zugleich bedrohlich aus. Auf der Innenseite befinden sich noch eine Karte von Sizilien bzw. ganz hinten ein weiteres Foto.


Erster Satz:


Leise plätscherte das dunkle Wasser, als sie vorsichtig in das kleine Holzboot mit seinen von der Sonne ausgeblichenen roten und blauen Streifen stiegen.


Inhalt:


Diego, der Sohn des Journalisten Luca Santangelo, steckt in großen Schwierigkeiten. Während einer nächtlichen Bootsfahrt zu einer kleinen Insel werden er sowie seine Freundin Zeuge eines Raubzugs. Von den Dieben fehlt jedoch jede Spur und stattdessen findet Diego die Leiche eines jungen Mannes, den er vom Studium her kennt. Als er wenig später zum Hauptverdächtigen erklärt wird, versuchen sein Vater Luca und dessen Freundin den wahren Täter zu finden sowie die alte Frau, die seinen Sohn  eventuell entlasten könnte. Als dann auch noch Lucas Freund Silvio bei einem Autounfall ums Leben kommt, wird schnell klar, dass jemand mit allen Mitteln versucht etwas zu vertuschen.


Meine Meinung zum Buch:


"Sizilianische Rache" ist bereits der zweite Band der Reihe um den Ermittler Luca Santangelo, und obwohl ich den ersten Teil nicht kannte, konnte ich mir erstaunlich schnell ein Bild von Luca sowie dessen Familie machen und war sofort mittendrin in der Handlung. Lediglich die verschiedenen Erzählstränge verwirrten mich am Anfang etwas, da die Geschichte zusätzlich von zwei weiteren Familien handelt und der Erzähler dabei auf das Jahr 1914 zurückblickt. Es geht dabei um eine alleinerziehende Mutter, die von ihrer Familie verstoßen wurde, und nunmehr versucht sich mit ihren drei Kindern alleine durchzuschlagen sowie um eine alte Adelsfamilie.

Luca Santangelo ist ein super sympathischer Ermittler, da er lässig und bodenständig ist, aber auch schon mal ordentlich auf den Tisch hauen kann, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt. Das private Umfeld, bestehend aus dem Sohn, seiner Ex-Frau sowie seiner neuen Lebensgefährtin lassen viel Spielraum für weitere Fortsetzungen und machen diese Geschichte sehr lebendig. Immer wieder kommt es zum Streit mit seiner Ex-Frau, die meint den gemeinsamen Sohn am besten zu kennen und genau zu wissen, was gut für ihn ist.

Der Roman beherbergt außerdem noch die Geschichte der englisch-sizilianischen Familie Philipson, die einst sehr wohlhabend war und vom Thunfischfang lebte. Der Glaube an einen alten Fluch ist immer noch stark verwurzelt und so erfährt man rückblickend den Zusammenhang, der mir besonders zum Ende hin doch recht verwirrend erschien, da diese Familie so vielschichtig war und ständig andere Namen fielen. Gleichzeitig ist da noch die alte Frau, die ebenfalls am Tatort war, und deren Leben ebenfalls im Zusammenhang mit der Familie Philipson steht. Als Leser kann man diese beiden Familien durch verschiedene Zeitepochen begleiten, was ich sehr interessant fand und da diese Abschnitte jeweils mit dem Datum gekennzeichnet sind, erfährt man nebenbei auch viel über die Geschichte Siziliens.

Ann Baiano schreibt sehr angenehm und entspannend, ohne dass dabei Langeweile aufkommt. Die zauberhaften Landschaften Siziliens sowie die Großstadt Palermo konnte ich mir wunderbar vorstellen und sie wirkten sehr authentisch auf mich.

Mein Fazit:


Ein vielschichtiger und interessanter Kriminalroman, der sich super lesen lässt. Mit den vielen Charakteren kam ich teilweise etwas durcheinander und hätte mir nochmal eine Übersicht am Ende gewünscht, zumindest was die Familie Philipson betrifft, aber spannend und unterhaltsam war es dennoch von Anfang bis Ende.



Die Reihe:
1. Sizilianisches Blut
2. Sizilianische Rache

Samstag, 15. Oktober 2016

Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten - Rochus Hahn


Autor: Rochus Hahn

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 448

ISBN: 978-3442484492

Erscheinungsdatum: 15. August 2016

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

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Cover:


Das Cover sowie der Titel des Buches machten mich sofort neugierig, da beides eine originelle Geschichte versprach. Die Farbe des Covers gefällt mir in natura beinahe noch besser, da sie schon mehr ins apricotfarbene geht. Es ist schlicht gehalten und man sieht darauf einen Elch, dessen Hinterteil in einem Eiswürfel steckt.


Erste Sätze:


Der Brief war schneeweiß. Die Postmarke saß exakt an der dafür vorgesehenen Stelle, und der Adressat war in Schönschrift auf das Kuvert gemalt worden: Tim Queck.


Inhalt:


Tim und Bullwinkel haben sich mehrere Jahre nicht gesehen, als sie sich zufällig in einem Kino über den Weg laufen. Bullwinkel, der dort beinahe eine Schlägerei anzettelt, wird daraufhin gemeinsam mit Tim zu einer Szeneparty eingeladen, wo sie die beiden Stewardessen Lisa und Adele kennenlernen. Da beide immer noch auf ihr ersehntes erstes Mal hoffen, laden sie die Frauen kurzerhand ein und versprechen ihnen eine Wunderdroge. Auf der Suche nach dem passenden Stoff, erfährt Bullwinkel, dass der Urin eines Elches, der kurz zuvor psychogene Pilze gefressen hat, eine besondere Wirkung haben soll. Sie packen die Koffer und fliegen nach Finnland, um dort ihre Wunderdroge zu finden, müssen aber schnell feststellen, dass so eine Elchjagd alles andere als einfach ist. Dabei lassen sie kein Fettnäpfchen aus und müssen immer wieder neue Hürden meistern.


Meine Meinung zum Buch:


Als ich mit dem Lesen dieses Romans begann, fragte ich mich immer wieder, ob dieses Buch wirklich das Richtige für mich ist, da das vordergründige Thema stets "Das erste Mal" ist. Mir wurde das schnell zu viel, ich war entsetzt über die Denkweise der Jungs, insbesondere von Bullwinkel, und war drauf und dran, das Buch abzubrechen. Allerdings entwickelte ich dann doch etwas Sympathie für Tim, der das Ganze etwas weniger verbissen sah, und war natürlich gespannt, wie die Reise der beiden verlaufen würde. Naja, und nach dem ersten (schwierigen) Drittel konnte mich das Buch dann doch noch auf ganzer Linie überzeugen.

Tim ist fünfundzwanzig und studiert Germanistik sowie Religion, dies jedoch nur seiner Großmutter zuliebe. Er war bisher immer etwas zu schüchtern um Frauen aufzureißen und eine Reise nach Finnland würde auch sein Budget sprengen, aber Bullwinkel hat glücklicherweise einige Ersparnisse, die er gerne für diesen Zweck ausgibt. Bereits auf der Reise stellt sich heraus, wie perfekt Bullwinkel diese verrückte Idee durchgeplant hat, denn sein Organisationstalent hilft ihnen später bei der Umsetzung oftmals sehr. Mir kam er am Anfang ja beinahe etwas dümmlich vor, da er den lieben langen Tag wirklich nichts anderes im Kopf zu haben schien, als das Thema "S...x". Dadurch bringt er auch Tim mehrere Male in die unmöglichsten Situationen, und zieht das Chaos magisch an. Allerdings machte er dann später. während dieser Reise, eine gewisse Wandlung durch und erweist sich als wahrer Freund für Tim.

Man sollte an dieses Buch vielleicht nicht mit zu anspruchsvollen Erwartungen herangehen und ein Freund des speziellen Humors sein, um Gefallen an dieser Geschichte zu finden. Ich tat mich anfangs wirklich schwer damit, da ich mich doch sehr an Filme wie "American Pie" sowie "Dumm und dümmer" erinnert fühlte, bei denen ich frühzeitig weiterschaltete. Allerdings war ich gespannt, wie die beiden einem ausgewachsenen Elch Urin abzapfen wollten, und mochte auch den bildhaften Schreibstil. Was mir auch sehr gefiel, waren die vielen Pointen und witzigen Vergleiche, die an den richtigen Stellen fielen. Obwohl das Buch größtenteils aus Gesprächen zwischen den beiden Hauptcharakteren besteht, passiert während dieses Roadtrips dann doch soviel, dass keine Langeweile aufkommt während des Lesens. Auch gewisse Spitzen anlässlich einiger Promis werden dabei nicht ausgelassen und machten dann für mich den Charme dieser Geschichte mit aus.

Schön fand ich den Zusammenhalt der beiden Protagonisten, der diese dann wirklich zusammenschweißte. Gegenseitig halfen sie sich oftmals aus der Patsche und ergänzten sich perfekt, brachten aber gleichzeitig den Anderen auch mehrere Male in peinliche Situationen. Die Geschichte nahm schnell Fahrt auf und das vordergründige Thema wurde dabei schnell nebensächlich, sodass ich dann auch meine anfängliche Meinung schnell änderte.

Mein Fazit:


Trotz anfänglicher Schwierigkeiten fühlte ich mich gut unterhalten und mochte den schwarzen Humor der Beiden. Es gab einige Stellen, die mir dann doch ein wenig zu abgefahren waren, und die ich mir beim besten Willen lieber nicht bildlich vorstellen wollte, aber insgesamt fand ich es herrlich schräg und urkomisch.



Dienstag, 2. August 2016

Mama, I need to kotz!: Was ich in London als Mutter lernte - Lucie Marshall


Autor: Lucie Marshall

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 256

ISBN: 978-3-442-17548-2

Erscheinungsdatum: 20. Juni 2016

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

oder bei: Amazon



Zitate:


"Tatsächlich ist der Wasserfall in meinem Arbeitszimmer versiegt. Allerdings regnet es auch nicht mehr. Man fragt sich, wie diese Nation einst so viele Länder erobern konnte und es heute noch nicht einmal hinbekommt, die Dächer in ihrer Hauptstadt ordentlich zu versiegeln." (Seite 78/79)

"Ich bin dafür, dass man ein weltweites Familien-Austauschprogramm einführen sollte. Nicht nur so ein Austauschjahr in der 11. Klasse nach Idaho, Mexiko oder Roskilde. Nein, ein Jahr mit der ganzen Familie in ein anderes Land ziehen. Der Horizont bricht auf, und entweder reicht man schneller und überzeugter die Scheidung ein, oder man verliebt sich aufs Neue, und wenn nicht in den eigenen Mann, dann doch in ein anderes Land, eine andere Stadt, eine andere Kultur." (Seite 142)

Cover:


Das Cover sowie der Titel haben mich im ersten Moment kaum angesprochen, da ich den Ausdruck "kotzen" nicht mag und auch der Aufmachung wenig entnehmen konnte. Da mir die Autorin allerdings ein Begriff war, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen und am Ende fand ich das Cover doch irgendwie passend, denn es passt einfach super zum kleinen Sam.


Erster Satz:


"Lucie, was hältst du von ein paar Monaten in London?", fragt mich Marc an einem dunklen Abend im November und hat das Fragezeichen noch nicht ausgesprochen, da rufe ich bereits: "JA!".


Inhalt:


Die Berliner Bloggerin Lucie Marshall beschließt gemeinsam mit ihrem Mann sowie Sohn Sam für einige Monate nach London zu ziehen. Voller Begeisterung begeben sie sich auf Wohnungs- sowie Kindergartensuche und müssen schnell feststellen, dass trotz der relativ kurzen Entfernung so gut wie alles anders ist als in ihrer Heimat Berlin. Auf humorvolle Art und Weise gewährt die Autorin einen Einblick ins Schul- und Bildungssystem sowie den überteuerten Wohnungsmarkt, lässt uns aber auch teilhaben daran, was diese Stadt so besonders macht.


Meine Meinung zum Buch:


Da ich bereits seit längerer Zeit aufmerksam die Beiträge der Autorin Lucie Marshall auf Facebook beziehungsweise auf ihrem Blog verfolge, wollte ich diesen Roman sehr gerne lesen. Ich mag ihren Humor und ihre Sichtweise auf das alltägliche Chaos sowie die Sorgen als Mutter und all dies kommt auch hier definitiv nicht zu kurz.

Ursprünglich hatte die Familie sich durch den Umzug nach London mehr Zeit füreinander erhofft, da Ehemann Marc bereits seit fast einem Jahr zwischen den Städten hin und her pendelt und die ungemütlichen Hotelbetten satt hat. Wie es jedoch meistens der Fall ist, sieht die Realität letzten Endes ganz anders aus. Die Mieten sind kaum bezahlbar, die Zustände der Wohnungen teilweise unterirdisch und auch die Suche nach der richtigen Kindertagesstätte gestaltet sich schwierig.

Bereits nach wenigen Seiten war ich mittendrin in der Handlung, da ich auch wahnsinnig neugierig war, auf das was da wohl auf die junge Familie zukommt. Die Neugier, Abenteuerlust sowie die gelassene Art der Autorin finde ich schlichtweg beneidenswert, da ich glaube, mir wäre aufgrund der anfänglichen Probleme bei der Eingewöhnung in der Kindertagesstätte schnell die Lust vergangen. Wahrscheinlich hätte ich mir da schnell viel zu viele Gedanken gemacht und die Segel gestrichen. Insofern ist es wirklich bemerkenswert, wie sich Lucie mit der Situation arrangiert und all dem noch so viel Positives abgewinnen kann. Mit einem Augenzwinkern und jeder Menge Selbstironie meistert sie ihren chaotischen Alltag in London und sogar dem schlechten Wetter kann sie am Ende etwas abgewinnen. Und auch ihre wachsende Liebe für diese außergewöhnliche Stadt und ihre Menschen kann man absolut nachvollziehen.

Die Kapitel sind kurz gehalten und auch die Schrift ist relativ groß, sodass man leider viel zu schnell am Ende angelangt. Die eingearbeiteten englischen Redewendungen und Ausdrücke werden oftmals im nächsten Satz aufgegriffen, sodass alles gut verständlich ist.

Mein Fazit:


Ein Erfahrungsbericht, der mit sehr viel Humor und Selbstironie bei mir punkten konnte und eine Gelassenheit, die regelrecht ansteckend wirkt. Am Ende sieht man das deutsche Bildungssystem, das ja auch immer wieder viel Kritik einstecken muss, auf jeden Fall mit anderen Augen.





Donnerstag, 28. April 2016

Herz verloren, Glück gefunden - Christiane von Laffert


Autor: Christiane von Laffert

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 384

ISBN: 978-3442484126

Erscheinungsdatum: 18. April 2016

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

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Cover:


Die Aufmachung des Buches gefällt mir gut. Das Cover ist beige und man sieht darauf ein Haus sowie mehrere kleine Dinge. Außerdem befindet sich oberhalb des Hauses noch ein großer weißer Blumenkranz. Ich finde das Cover passt perfekt zum Buch.


Erste Sätze:


»Ähm ... sexy.«
Hubertus kam, ohne anzuklopfen, ins Badezimmer und warf mir einen abschätzigen Blick zu, bevor er routiniert nach seiner Zahnbürste griff.


Inhalt:


Victoria hat von Tag zu Tag mehr das Gefühl, dass bei ihrer Ehe mit Hubertus die Luft raus ist. Er verbringt die meiste Zeit im Büro und hat kaum Zeit für sie sowie die beiden gemeinsamen Kinder. Als er sie schließlich noch wegen ihrem Gewicht kritisiert, entschließt sich Victoria die Kurzreise, zu der ihre beste Freundin Emily sie eingeladen hat, mitzumachen. Dort soll sie ihr bei der Recherche über die High Society behilflich sein und sich als Jetsetterin ausgeben. Als sie dann jedoch den Geschäftsmann Constantin kennenlernt, der sie mit Komplimenten überhäuft, verliebt sie sich Hals über Kopf und verbringt einige wundervolle Tage mit ihm im angesagten Skiort Lech, ohne zu ahnen, welches Chaos sie damit auslöst.


Meine Meinung zum Buch:


Als ich den Klappentext das erste Mal las, hatte ich eigentlich eine ganz andere Vorstellung von der Geschichte insgesamt. Ich erwartete eine unkomplizierte Liebesgeschichte nach Schema F, bei der sich der Ehemann dann vielleicht besinnt und eine wunderbare Wandlung durchmacht, aber hier merkte ich beim Lesen schnell, dass dieses Buch in eine ganz andere Richtung geht, was mich dann doch sehr überraschte im positiven Sinne.

Victoria ist neununddreißig Jahre und völlig ausgelastet mit ihren beiden Kindern sowie dem Haushalt. Sie hat alles was sie braucht zum Glück, doch seit längerer Zeit beschleicht sie das Gefühl, dass etwas entscheidendes fehlt in ihrem Leben. Hubertus nörgelt nur noch an ihr rum und interessiert sich gar nicht mehr für sie. Er arbeitet als Fondsmanager und verkehrt in höheren Kreisen, während sich Victoria immer unwohler fühlt zwischen den karriere- und schönheitsbewussten Ehefrauen mit denen sie im Alltag zu tun hat.

Der Schreibstil lässt sich angenehm leicht und flüssig lesen und die Charaktere fand ich allesamt sehr realistisch. Vor allem Victorias Unbehagen und ihr Unwohlsein konnte ich gut nachempfinden. Sie sagt gerne, was sie denkt und trifft damit zielsicher jedes Fettnäpfchen, womit sie sich schließlich oftmals unbeliebt macht. Im Laufe der Geschichte macht sie eine großartige Wandlung durch, wobei ich mir jedoch an der ein oder anderen Stelle mehr Selbstbewusstsein von ihr gewünscht hätte und gleichzeitig konnte ich später dann ihre Forderungen gegenüber Hubertus nicht so ganz nachvollziehen.

Ab der zweiten Hälfte nimmt das Buch dann eine sehr überraschende Wendung und sie lernt vier wundervolle Menschen kennen, die ihr zeigen, dass nicht immer alles Gold ist was glänzt und dass der äußere Eindruck oftmals täuscht. Besonders Manni und Alfi fand ich herrlich. Sie brachten mich mit ihrer verrückten Art immer wieder zum Lachen.

Mein Fazit:


Mit "Herz verloren, Glück gefunden" ist der Autorin Christiane von Laffert ein Debütroman gelungen, der mich überraschen konnte und einige sehr liebenswerte Figuren aufweist. Eine Portion Witz runden diese Lovestory zu einem unterhaltsamen Lesevergnügen ab.





Sonntag, 8. November 2015

Wenn die Liebe tanzen lernt - Jean Kwok


Autor: Jean Kwok

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 480

ISBN: 978-3442482726

Erscheinungsdatum: 14. September 2015

Ebenfalls als eBook erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

oder bei: Amazon




"Wenn ich tanzte, fühlte ich mich lebendig und frei, als würde ich dabei mein wahres Ich entdecken." (Zitat S. 184)


Cover:


Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht. Man sieht darauf eine zierliche Frau in einem wunderschönen, schlichten Kleid, welche ein paar Tanzschuhe in der Hand hält. Gut finde ich, dass man lediglich einen Teilausschnitt sieht und das Gesicht nur erahnen kann. Die Farben harmonieren perfekt miteinander und strahlen viel Wärme aus. Es passt super zum Inhalt des Buches.


Erster Satz:


Mein Name ist Charlie Wong, und ich bin die Tochter einer Tänzerin und eines Nudelmachers.


Inhalt:


Charlie Wong arbeitet als Tellerwäscherin in einem Restaurant in Chinatown (New York) und hat sich längst mit ihrem Schicksal abgefunden. Zu etwas anderem taugt sie einfach nicht, da sie zu tollpatschig ist und in der Schule immer zu den schlechtesten Schülern gehörte. Wahrscheinlich hat sie ihren Job nur so lange behalten können, da ihr Vater im selben Restaurant als Nudelmacher arbeitet. Sämtliche Versuche eine bessere Arbeit zu finden, scheiterten bereits nach kurzer Zeit wieder, da sie überall für Chaos sorgte. Als ihre Schwester Lisa sie schließlich überredet, sich bei einem angesehenen New Yorker Tanzstudio zu bewerben, rechnet sie sich wenig Chancen aus und dennoch erhält sie den Job. Nachdem sie jedoch zum wiederholten Mal die Termine durcheinanderbringt, bietet sie sich kurzerhand an, beim Schnupperkurs zu assistieren. Schnell wird klar, dass sie als Tänzerin wesentlich mehr drauf hat, als als Empfangsdame.

Meine Meinung zum Buch:


"Wenn die Liebe tanzen lernt" ist mal wieder eins der Bücher, von dem ich mir eigentlich nur eine lockere Lektüre für zwischendurch erwartete, und das mich dann wiederum im nachhinein noch tagelang beschäftigte, weil ich mich komplett auf die Protagonisten eingeschworen hatte und am Ende wirklich traurig war, dass es "schon" vorbei ist. Ich hätte diese Familie so gerne noch ein Stückchen weiter begleitet.

Charlie Wong ist einfach liebenswert. Jahrelang wurde ihr gesagt, dass sie nichts kann, dass sie zu tollpatschig ist und zu nichts taugt. Man merkt jedoch schnell, warum sie so überfordert mit allem scheint. Ihre Mutter verstarb frühzeitig und sie war immer auf sich allein gestellt. Ihr Vater hatte genug Sorgen, da er die hohen Arztkosten seiner verstorbenen Frau abstottern musste und er war niemals zu den Elterngesprächen in der Schule erschienen. Ihrer Schwester Lisa soll es nicht genauso ergehen und so übernimmt sie schließlich die Mutterrolle.

Die Geschichte an sich fand ich relativ vorhersehbar, was mich jedoch in keinster Weise störte, da es sich leicht und flüssig lesen ließ und trotz allem sehr spannend war. Es machte richtig Spaß diese chinesische Einwanderer-Familie, die in Chinatown wie in einer Miniaturausgabe einer chinesischen Großstadt lebt, zu begleiten. Gleichzeitig erfuhr ich dabei soviel über die Kultur, die chinesische Medizin und ihre vielen Traditionen, aber auch über das Tanzen, sodass ich auf jeden Fall viel mitnehme aus dieser Geschichte. Stellenweise war ich etwas skeptisch, da Charlies Tanzkarriere sehr ausführlich beschrieben wurde und ich generell eher weniger damit anfangen kann, aber durch die bildhafte Beschreibung konnte ich mir dies gut vorstellen und fühlte mich ein bisschen an einige tolle Tanzfilme erinnert.

Mein Fazit:


Abschließend kann man sagen, dass "Wenn die Liebe tanzen lernt" ein rundum gelungenes Buch ist, dass den Leser sowohl gut unterhalten, als auch zum Nachdenken anregen kann, sodass ich mit diesem Buch ein paar sehr angenehme Lesestunden hatte. Von daher kann ich es nur empfehlen.



Donnerstag, 24. September 2015

Der Vintage-Guide für einsame Herzen - Kirsty Greenwood


Autor: Kirsty Greenwood

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 448

ISBN: 978-3-442-48108-8

Erscheinungsdatum: 20. Juli 2015

Ebenfalls als eBook erhältlich!

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Cover:


Mich hat das Cover sofort angesprochen, da es einerseits durch die Bluse sowie die roten Fingernägel und den Erdbeer-Milchshake so typisch für die Zeit des Rock n`Roll ist, und andererseits wirkt es durch das Bearbeiten des Bildes an den Rändern wiederum modern. Auf der Innenseite des Covers sind einige Ratschläge des Frauenratgebers abgedruckt. Es passt super zur Geschichte!


Erster Satz:


Ich habe in meinem Leben schon viele unkluge Entscheidungen getroffen.


Inhalt:


Nachdem Jessica Beam während eines Dinners mit Buchpräsentation wieder einmal zu sehr über die Stränge schlägt, wird sie von ihrer besten Freundin, die gleichzeitig ihre Chefin ist, knallhart abserviert. Sie verliert am selben Tag Job sowie Wohnung und pleite ist sie auch. Ihre einzige Rettung könnte ihre Großmutter Matilda Beam sein, von der sie jedoch nichts weiß und zu der auch nie Kontakt bestand. Matilda Beam freut sich sehr, hat jedoch selber gerade finanzielle Engpässe und hofft nun, dass sie mit Hilfe ihrer Enkeltochter die Frauenratgeber aus den 50er-Jahren neu veröffentlichen kann. Jess soll beweisen, dass die alten Ratschläge nach wie vor aktuell sind und ihr Versuchsobjekt soll ausgerechnet der begehrteste Junggeselle Londons werden, den sie für einen frauenverachtenden und eingebildeten Weiberheld hält.


Meine Meinung zum Buch:


Das Buch hat mich sofort neugierig gemacht, da ich aufgrund des Klappentextes unbedingt wissen wollte, wie die Protagonistin die Ratschläge der 50er-Jahre in der heutigen Zeit umsetzen will. Es klang nach einem heiteren Chick. lit. Roman und allein die Beschreibungen über die Hauptprotagonistin versprachen eine humorvolle Geschichte.

Meine Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt und bereits nach den ersten Seiten war meine Neugier geweckt. Jessica Beam ist achtundzwanzig und hat ihr Leben scheinbar überhaupt nicht im Griff. Sie trinkt zu viel Alkohol, steht auf One-Night-Stands und ist schrecklich chaotisch. Im ersten Moment war sie mir regelrecht unsympathisch und da sie teilweise der Protagonistin meiner vorherigen Lektüre ähnelte, zweifelte ich wirklich schon an mir selbst und fragte mich, ob junge Frauen dies heutzutage wirklich alles so locker sehen. Man erfährt jedoch schnell, warum Jess so handelt, denn ihre Mutter nahm sich aufgrund von Liebeskummer das Leben und riet ihr stets, keine Beziehung zu einem Menschen einzugehen oder Gefühle für jemanden zu entwickeln. Bisher funktionierte das auch immer prima, aber als sie schließlich ihre Großmutter kennenlernt, tauchen gleichzeitig all die Fragen über den Tod der Mutter wieder auf und sie muss sich endlich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

Kirsty Greenwoods Schreibstil ist absolut herzerfrischend. Man fliegt nur so durch die Seiten und muss immer wieder schmunzeln, da die Sätze einerseits relativ umgangssprachlich sind, die Autorin dann jedoch immer wieder so witzige Ausdrücke einbaut oder Bezug nimmt auf Filme, Werbung oder Musik. Die Charaktere waren allesamt sehr liebenswürdig und insbesondere den angehenden Arzt Jamie, mit dem sich Jess anfreundet, fand ich mit seiner unbeholfenen Art sehr sympathisch. Desweiteren findet sie in Peach, die bei der Großmutter als Hausmädchen angestellt ist, eine unkomplizierte und dankbare Freundin, die mir jedoch an manchen Stellen zu übertrieben dargestellt wurde.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat aus Matildas Frauenratgeber und auch wenn uns diese heutzutage mehr als veraltet erscheinen, könnte ich mir gut vorstellen, dass diese genauso in damaligen Büchern standen. Jess wandelt viele der Ratschläge etwas ab oder beherzigt sie schlichtweg gar nicht. Dennoch macht sie eine tolle Wandlung durch und lernt am Ende viel von ihrer Großmutter.

Mein Fazit:


Ich hatte viel Spaß, musste oft lachen und wurde auf 448 Seiten sehr gut unterhalten. Man darf das Buch nicht allzu ernst nehmen und sollte generell ein Liebhaber unterhaltsamer und kurzweiliger Chick. lit. Romane sein. Den einzigen Kritikpunkt den ich habe, ist der, dass der Fehlerteufel etwas zu oft zugeschlagen hatte. Darüber kann man jedoch gut hinwegsehen und ich fand es auch nicht unbedingt störend.




Sonntag, 30. August 2015

Ich lass dich nicht los - Madeleine Reiss


Autor: Madeleine Reiss

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 352

ISBN: 978-3-442-48098-2

Erscheinungsdatum: 20. Juli 2015

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"Es war nicht nur der Verlust eines geliebten Menschen allein, an dem man für den Rest seines Lebens zu tragen hatte, sondern auch der Verlust des Menschen, der man selbst hätte sein können, wäre es einem vergönnt gewesen, den anderen bei sich zu behalten." (Zitat S. 108/109)



Cover:


Cover und Titel haben mich sofort angesprochen und ich wollte dieses Buch unbedingt lesen. Der rote Schmetterling, der im Glas gefangen ist, sticht sofort ins Auge und die übrigen Farben harmonieren einfach perfekt damit.

Erster Satz:


Er hielt ihre Hand ganz fest.

Inhalt:


Carries Leben wird seit Jahren vom schweren Verlust ihres geliebten Sohnes bestimmt. Dieser verschwand während eines Familienausflugs an den Strand und wurde nie gefunden. Die Ehe zerbrach daran und die Schuldgefühle deswegen belasten sie immer noch sehr. Dennoch rappelt sie sich wieder hoch und eröffnet gemeinsam mit ihrer besten Freundin Jen einen kleinen Laden, in dem sie Geschenke sowie Kunstgegenstände verkauft. Dort trifft sie auch Molly sowie deren Sohn Max wieder, der am traurigsten Tag ihres Lebens ebenfalls am Strand war, und die ihr in letzter Zeit merkwürdig oft über den Weg zu laufen scheinen. Kurze Zeit später holt Carrie die Vergangenheit wieder ein und sie stellt fest, dass dieser Tag am Strand auch Mollys sowie Max Leben komplett veränderte.


Meine Meinung zum Buch:


Schuld daran, dass ich dieses Buch überhaupt gelesen habe, war definitiv das beeindruckende Cover. Den Klappentext hatte ich mehr oder weniger nur überflogen und wusste daher in keinster Weise, was mich erwartete. Auch jetzt, zwei Tage später, bin ich immer noch sprachlos und es fällt mir sehr schwer, die Emotionen, die ich beim Lesen des Buches hatte, in Worte zu fassen. Glaubte ich anfangs noch, dass mir als Mutter besonders das Verschwinden von Carries Sohn Charlie zu schaffen machen würde, wurde ich schnell eines besseren belehrt. Nein, was mich richtig heftig erwischte, war das Leben Mollys sowie deren Sohn Max. Molly ist mit einem Mann verheiratet, der sich im Laufe der Jahre mehr und mehr veränderte und seine aufgestaute Wut schließlich begann an Molly auszulassen.

Das Buch ist in zweierlei Erzählstränge geteilt und erzählt abwechselnd von Carries sowie Mollys Leben. Beide blicken immer wieder zurück in die Vergangenheit und fragen sich, wie es so weit kommen konnte. Doch während Carrie beginnt wieder positiv in die Zukunft zu schauen und sich auch wieder mit Männern zu treffen, gerät Mollys Leben mehr und mehr aus den Fugen. Obwohl die beiden Frauen sehr unterschiedlich sind, mochte ich beide sehr gern und war vielleicht auch deshalb stellenweise fassungslos, dass Molly sich so von ihrem Ehemann schikanieren ließ. Irgendwann verschwand dieser schließlich, doch auch Jahre später scheint er Molly sowie den gemeinsamen Sohn Max zu überwachen, und an die gemeinsame glückliche Zukunft zu glauben. Max leidet sehr darunter, nässt immer wieder ein und redet mit einem imaginären Freund.

Madeleine Reiss Schreibstil fesselt von der ersten Zeile an. Dennoch brauchte ich immer wieder kleine Pausen, da mich das Gelesene doch stark beschäftigte. Das Buch lässt sich nicht in eine Schublade pressen und ist eine Mischung aus Familien-, Liebes- und Mysteryroman. Es beginnt eher ruhig und gemächlich, steigert sich dann aber so rasant, dass man es spätestens ab der Mitte nicht mehr aus der Hand legen kann.

Es fällt schwer über dieses Buch zu schreiben, ohne nicht doch aus Versehen zu viel zu verraten, aber mich hat es, obwohl ich mit Mystery-Geschichten eher wenig anfangen kann, sehr positiv überrascht und wird mich wohl auch noch eine Weile beschäftigen. Es ist tiefgründig geschrieben und man kann sehr gut nachvollziehen, was Carrie im Laufe der Jahre durchmachen musste. Gleichzeitig wird die Umgebung von Cambridge sowie der Wandel der Jahreszeiten so beeindruckend beschrieben, dass man sich dieses sehr gut bildlich vorstellen kann.

Mein Fazit:


"Ich lass dich nicht los" wird wohl mich auch, noch lange Zeit nicht loslassen. Es brachte meine Gefühlswelt Seite um Seite durcheinander und hat mich sehr berührt. Für mich ist dieser Roman definitiv ein Must-Read und ich hoffe, dass Madeleine Reiss noch viele weitere solcher grandiosen Bücher schreiben wird.




Dienstag, 14. Juli 2015

Herzklopfen und Hüttenzauber - Fanny Schönau


Autor: Fanny Schönau

Verlag: Goldmann Verlag

Seitenzahl: 352

ISBN: 978-3-442-48158-3

Erscheinungsdatum: 16. März 2015

Ebenfalls als eBook erhältlich!

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"Was soll ich mit Männern anfangen, die sich die Brust so lange enthaaren, bis sie an ein wehrloses, nacktes Küken erinnern. So was will frau doch nicht im Bett?! So was legt sie in ein Nestchen und deckt es vorsichtig zu!" (Zitat S. 123)


"Das Leben planen ist, wie Kreuzworträtsel mit einem Kuli lösen. Mutig oder dämlich?" (Zitat S. 207)



Cover:


Das Cover ist sehr schön gewählt und es passt gut zur Geschichte, allerdings finde ich die Ziege im Waschbottich beinahe schon wieder zu übertrieben. Ich hätte auch irgendwie das Meerschweinchen "Dobermann" passender gefunden.


Erster Satz:


Also: Paula bekommt dreißigtausend Euro.


Inhalt:


Als Heidi bei einem Familientreffen erfährt, dass sie lediglich eine alte heruntergekommene Holzhütte auf einer Alm erben soll, die sie nicht mal veräußern kann, da die alte Zita dort haust, ist sie am Boden zerstört und fühlt sich ungerecht behandelt. Schließlich erbt ihre Schwester Paula dreißigtausend Euro in Bar und ihr Bruder ganz und gar das elterliche Haus, während sie mit einer mickrigen Liegenschaft abgespeist wird, die sie nicht mal verkaufen kann.

Da sie zusätzlich mit ihrem Job mehr als unzufrieden ist, nimmt sie sich kurzerhand Urlaub, um der alten Dame einen Besuch abzustatten und sie zum Auszug zu bewegen, um dann schnellstmöglich die Hütte samt Alm zu verkaufen. Aus wenigen Tagen werden jedoch mehrere Wochen, denn so einfach macht es ihr die sture Zita dann doch nicht.


Meine Meinung zum Buch:


Als ich mit dem Lesen dieses Romans begann, suchte ich eigentlich nur etwas Entspannung und wollte es als Einschlaf-Lektüre nutzen, doch dann musste ich bereits auf den ersten Seiten so herzhaft lachen, dass jegliche Müdigkeit im Nu verflogen war. Es beginnt mit dem Zusammentreffen der Familie Gaderlbauer im Salzkammergut, bei dem ich die Protagonistin Heidi mit ihrer ironischen und sarkastischen Art sofort ins Herz schloss. Sie fühlt sich ungerecht behandelt und ausgegrenzt von der Familie, da sie noch immer nicht verheiratet ist, außerdem in der Stadt lebt und dann auch noch ein uneheliches Kind hat.

Heidi ist Mutter eines fünfzehnjährigen Sohnes und arbeitet als Journalistin bei einer Lokalzeitung in München. Ihren Chef hält sie für vollkommen unfähig und da sie nicht mal ein eigenes Ressort hat, fühlt sie sich schon länger unzufrieden. Als sie beschließt, die Almhütte so schnell wie möglich zu verkaufen, plant sie auch, die Beziehung zu ihrem langjährigen Freund Fred endlich zu vertiefen, doch das Leben auf so einer Alm lässt sich schlecht planen und das muss auch Heidi erfahren.

Der Schreibstil ist leicht lesbar und voller humorvoller sowie ironischer Seitenhiebe auf das ländliche Leben. Ich konnte mir die alte Zita nur zu gut vorstellen und auch wenn das Buch anfangs eher vorhersehbar erschien, war ich dann doch überrascht über das Gefühls-Chaos zum Ende hin. Heidi, und auch die alte Zita, sind mit ihrer trockenen und ironischen Art einfach urkomisch und ich habe oftmals Tränen gelacht. Tja, und dann zum Ende hin, als Heidi das Gefühl hat, alles hat sich gegen sie verschworen, tat sie mir so aufrichtig leid, dass es mich zutiefst berührte.

Mein Fazit:


Herzklopfen und Hüttenzauber ist ein unterhaltsamer Roman, voller Sarkasmus, bei dem man einfach Gute Laune bekommt. Ich habe gelacht, geweint und mich einfach köstlich amüsiert!




Dienstag, 7. April 2015

Violets wundervoller Vintage-Shop - Susan Gloss

Autor: Susan Gloss

Verlag: Goldmann Verlag

Seitenzahl: 352

ISBN: 978-3-442-48077-7

Erscheinungsdatum: 18. August 2014

Ebenfalls als eBook erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

oder bei: Amazon



Cover:


Das Cover ist ansprechend gestaltet und passt sehr gut zum Buch. Man sieht darauf den Eingang zum Vintage-Shop und dieses Bild hatte ich dann auch beim Lesen immer vor Augen.


Erster Satz:


Unter den Eschen in der Johnson Street, östlich vom Campus, lag Hourglass Vintage in einem verwitterten Backsteingebäude, eingezwängt zwischen einem Fairtrade-Café und einem Fahrradladen.


Inhalt:


Die 38-jährige Violet träumte von jeher von einem eigenen Vintageladen und nach der Scheidung von ihrem Mann, setzte sie alles daran sich diesen Traum endlich zu verwirklichen. Für sie hat jedes Kleidungsstück sowie jeder Gebrauchsgegenstand seine eigene kleine Geschichte. Auch das Brautkleid, dass sich die junge April dort eines Tages kaufte und das sie nur wenige Tage später zurückgeben will, hat eine ereignisreiche Vergangenheit. April, deren Mutter wenige Monate zuvor verstarb, hat sich gerade erst von ihrem Verlobten getrennt und ist schwanger. Violet gibt der jungen Frau schließlich auf Drängen ihrer guten Freundin Betsy, die für eine Wohltätigkeitsorganisation tätig ist, eine Praktikumsstelle. Die Inderin Amithi hat sich ebenfalls gerade erst von ihrem Mann getrennt und möchte nun einige Kleidungsstücke im Vintage-Shop verkaufen. Nachdem Violet eines Tages eine Räumungsandrohung für ihren Laden erhält, helfen sich die drei Frauen schließlich gegenseitig und freunden sich mehr und mehr miteinander an.


Meine Meinung zum Buch:


"Violets wundervoller Vintage-Shop" ist eine warmherzige und liebevoll erzählte Geschichte über die Freundschaft dreier Frauen, die zwar sehr verschieden sind, aber alle an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist der Vintage-Shop, deren Besitzerin Violet ist, und in dem sie eigentlich die meiste Zeit ihres Tages verbringt. Es war schon immer Violets Traum und nachdem sie sich von ihrem alkoholkranken Mann trennte, gelang es ihr mit Hilfe von Fördermitteln, sich diesen zu erfüllen. Violet ist sehr herzlich zu jedem Kunden, nimmt sich viel Zeit für Gespräche und kann über jedes der Teile eine Geschichte erzählen, notfalls denkt sie sich auch schon mal selber eine Geschichte dazu aus.

April ist gerade erst achtzehn geworden, schwanger und lebt alleine in einem Haus, das sie sich zuvor mit ihrer Mutter teilte. Ihre Mutter litt jahrelang an Depressionen, so dass April schon immer sehr selbständig war. Da die Eltern ihres Ex-Freundes sie für nicht standesgemäß hielten, trennte sie sich schließlich nach einem Streit von ihm und versucht sich irgendwie durchzuschlagen.

Amithi stammt aus Indien, ging jedoch kurz nach der Hochzeit mit ihrem Ehemann nach Amerika. Die Ehe wurde von den Eltern arrangiert, aber dennoch war Amithi immer glücklich mit ihrem Mann und gemeinsam haben sie eine inzwischen erwachsene Tochter. Als sie jedoch erfährt, dass Naveen sie viele Jahre mit einer anderen Frau betrogen hat, trennt sie sich von ihm und beginnt auf eigenen Beinen zu stehen.

Violet lernt die beiden Frauen in ihrem Vintage-Shop kennen und obwohl sie so unterschiedlich sind, haben sie doch eins gemeinsam: sie alle kämpfen mit persönlichen Problemen. Was anfangs ein wenig wie eine Zweckgemeinschaft wirkt, wird später eine tiefe Freundschaft und gemeinsam versuchen die Frauen "Hourglass Vintage" zu retten. Obwohl ich noch nie selber in einem solchen Laden war, konnte ich mir diesen anhand der liebenswerten Beschreibungen sehr gut vorstellen. Auf mich wirkte er unheimlich ruhig sowie herzlich und Violet nimmt sich viel Zeit für persönliche Gespräche mit den Kunden.

Der Schreibstil lässt sich flüssig und leicht lesen und anhand der eingebauten Rückblenden erfährt man auch viel über die Vergangenheit von Violet, April und Amithi. Die Handlung ist vorhersehbar, hält aber dennoch genügend Überraschungen bereit, was die Geschichte dann auch spannend macht bis zum Schluss. Die Charaktere wirken sehr realistisch und waren mir auf Anhieb sympathisch, aber besonders gelungen fand ich die Nebencharaktere Betsy, Lane und auch die verrückte Erma, die zwar nur eine kleine Rolle spielt, aber besonders gut zeigt, wie herzlich Violet mit ihren Kundinnen umgeht.

Mein Fazit:


Eine wunderschöne, gefühlvolle und ergreifende Geschichte mitten aus dem Leben. Gäbe es in meiner Nähe einen solchen Vintage-Shop, wäre ich gerne Stammkundin dort.







Samstag, 7. Februar 2015

Wie Blumen im Winter - Carol Coffey

Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Autor: Carol Coffey

Verlag: Goldmann Verlag

Seitenzahl: 416

ISBN: 978-3-442-47691-6

Erscheinungsdatum: 21. Januar 2013

Ebenfalls als eBook erhältlich!

zu kaufen bei: Goldmann Verlag

oder bei: Amazon




Cover:


Das Cover ist einfach traumhaft schön und passt perfekt zur Geschichte. Man sieht einen verschneiten, von Bäumen gesäumten Weg, und die zwei Schwestern, die gemeinsam diesen Weg entlang schreiten. Die Blütenkätzchen der Haselnuss sowie die Iris an den Rändern oben bzw. unten vervollständigen das Ganze.

Erster Satz:


"Iris Fay, sind sie da?", dröhnte die Stimme des Mannes draußen vor dem schäbigen Laden, während er laut an die Tür klopfte.

Inhalt:


Die beiden Schwestern Hazel und Iris haben nicht viele Gemeinsamkeiten, aber gezeichnet von ihrer schwierigen Kindheit, sind die Schwestern immer noch eng miteinander verbunden. Die Vergangenheit holt sie immer wieder ein, da ihr Vater die Familie verließ, als er nicht mehr mit der Alkoholsucht der Mutter umgehen konnte und die Mutter wenig später verstarb. Nachdem die Geschichte sich zu wiederholen scheint, und Hazel ihre beiden Söhne mehr und mehr vernachlässigt, versuchen die beiden Schwestern, jede auf ihre Art und Weise, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen und endlich ein neues Leben zuzulassen.

Meine Meinung zum Buch:


Eigentlich hatte ich an das Buch "Wie Blumen im Winter" vor dem Lesen, keine allzu hohen Erwartungen gestellt und eine eher einfach gestrickte Familiengeschichte hinter dem farbenfrohen Cover erwartet. Stattdessen merkte ich mehr und mehr, wie nahe mir als Mutter, diese Geschichte ging und dass es nicht möglich ist, dieses Buch mal eben nebenher zu lesen.

Die Geschichte beginnt mit Iris, die ein sehr bescheidenes Leben führt, eine kleine Änderungs-Schneiderei betreibt und praktisch in ihrem Geschäft auch wohnt und lebt. Mit dem Geld, was sie übrig hat, hilft sie oftmals ihrer kleinen Schwester Hazel aus. Hazel ist Mutter von zwei Jungs, aber da diese sich immer wieder auf die falschen Männer einlässt, und wie damals ihre Mutter ebenfalls trinkt, kümmert sich Iris meistens um die verwahrlosten Jungs. Als jedoch die Behörden beginnen ein Auge auf die Familienverhältnisse zu werfen, beginnt Hazel sich zu besinnen und ihrer Vergangenheit zu stellen. Iris, die ebenfalls einen schweren Schicksalsschlag erleidet, versucht dagegen ihre eigenen Fehler wieder gut zu machen und ist dabei auf die Hilfe ihrer kleineren Schwester Hazel angewiesen.

Sehr betroffen hat mich die Beziehung zwischen Hazel und ihren beiden Söhnen gemacht. Einerseits liebt sie ihre Jungs, aber andererseits überlässt sie die Jungs immer wieder sich selbst, betrinkt sich stattdessen und lässt sich von den falschen Männern ausnutzen. Die Geschichte ihrer eigenen Kindheit scheint sich zu wiederholen und als endlich die Behörden aufmerksam wurden, war ich einerseits froh, aber andererseits tat mir Hazel auch sehr leid. Am Ende mochte ich Hazel beinahe mehr, als ihre verbitterte und strenge Schwester Iris, die versucht Hazel die Wahrheit über ihren Vater zu verheimlichen und einfach keine Gefühle zulässt.

Carol Coffey ist es gelungen, diese Geschichte so fesselnd zu erzählen, dass es wahrlich schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Am Ende erkennt man, welche positive Entwicklung die beiden Schwestern durchmachen und wie sich ihr Leben endlich zum Guten wendet.

Mein Fazit:


"Wie Blumen im Winter" ist ein wunderbares Buch zweier Schwestern, die es schaffen, trotz ihrer schlimmen Kindheit, Frieden zu schließen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Am Ende erkennen sie, wie wichtig es ist, nicht die Fehler ihrer Eltern zu wiederholen.




                                                         




Mittwoch, 31. Dezember 2014

Ein Traum am Kaminfeuer - Abby Clements

Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Autor: Abby Clements

Verlag: Goldmann Verlag

Seitenzahl: 352 Seiten

ISBN: 978-3-442-48191-0

Erscheinungsdatum: 20. Oktober 2014

Ebenfalls als eBook erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

oder bei: Amazon





Cover:


Ich finde das Cover des Buches wunderschön, aber leider auch sehr unpassend. Die Geschichte handelt größtenteils im Sommer und Herbst und enthält so gut wie nichts Weihnachtliches.


Erster Satz:


Langsam leerte sich das Klassenzimmer, und meine Schüler aus der 10E strömten munter plaudernd hinaus auf den Gang.


Inhalt:


Amelia, die kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag steht und immer von einem Haus auf dem Land träumte, lebt gemeinsam mit ihrem Mann Jack und dem Kater Dexter in einer kleinen Londoner Wohnung. Schon länger denken sie über einen Umzug in eine ruhigere Gegend nach und als Amelia sich wieder an ihre Liste mit Dingen erinnert, die sie vor ihrem dreißigsten Geburtstag getan haben will, überredet sie ihren Mann Jack sich gemeinsam ein Haus außerhalb Londons anzusehen. Sie wagen es und kaufen etwas überstürzt ein in die Jahre gekommenes Cottage in einem kleinen Ort, in dem auch Amelias Mutter lebt. Nach dem Hauskauf ist ihr Budget für die Renovierung ziemlich gering und an dem Haus muss mehr gemacht werden als zunächst vermutet.


Meine Meinung zum Buch:


Mich lässt dieses Buch sehr zwiegespalten zurück. Einerseits finde ich die Grundidee gut und ich war gespannt, wie sich Amelia auf dem Land einlebt. Andererseits war das Buch absolut nicht das, was ich anhand des Klappentextes und vor allem des Covers vermutet hatte.

Die Protagonistin Amelia, aus deren Sicht die Geschichte geschrieben ist, fand ich nett, aber so richtig warm wurde ich einfach nicht mit ihr. Da gab es zu viele Sachen, die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Einerseits möchte sie unbedingt ein Cottage kaufen und andererseits kündigt sie plötzlich kurz nachdem der Kredit bewilligt wird ihren Job, und überhaupt ihr ganzer Umgang mit dem wenigen Geld, das ihnen zur Verfügung steht, fand ich merkwürdig.

Über Amelias Ehemann Jack erfährt man nur wenig und ich konnte ihn nur schwer einschätzen. Er arbeitet beinahe rund um die Uhr und so muss Amelia fasst alles alleine renovieren und einrichten. Letzten Endes war es nur eine Frage der Zeit, dass darunter die Beziehung leidet.

Sehr gut gefallen hat mir jedoch der leichte und bildhafte Schreibstil. Ich konnte mir den Garten und die einzelnen Räume, die Amelia nach und nach einrichtet sehr gut vorstellen und auch die Ideensammlung am Anfang jedes Kapitels war dabei sehr hilfreich. Dennoch fand ich die Handlung dann auf Dauer einfach etwas fad. Es ging seitenweise nur um die Renovierung und wie welcher Raum eingerichtet wurde und ich hatte oftmals das Gefühl eine Reportage aus einem Einrichtungs-Magazin zu lesen. Außerdem kam so gut wie nichts zum Thema Weihnachten in dieser Geschichte vor und das fand ich in Bezug auf das Cover doch sehr verwirrend. Etwas positiver hat mich dann jedoch das Ende der Geschichte gestimmt und gerne hätte ich da im Nachhinein noch viel mehr über die Vorbesitzerin des Hauses, Eleanor erfahren.

Mein Fazit:


"Ein Traum am Kaminfeuer" ist eine lockere und leichte Lektüre für zwischendurch, von der man sich jedoch nicht zu viel versprechen sollte. Meiner Meinung nach, sollte jeder selber herausfinden, ob das Buch passend ist oder nicht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es besonders für Einrichtungsliebhaber die richtige Lektüre ist.





                                                                 ★ ★ ★ ☆ 


Montag, 8. Dezember 2014

Ein Geschenk von Tiffany - Karen Swan

Bildquelle: Verlagsgruppe Random House

Autor: Karen Swan

Verlag: Goldmann Verlag

Seitenzahl: 576

ISBN: 978-3-442-48776-6

Erscheinungsdatum: 17. September 2012

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

oder bei: Amazon






Cover:


Das Cover ist einfach traumhaft. Man sieht darauf eine Frau mit rotem Schirm, die durch einen verschneiten Park läuft. Im Hintergrund sind schwach einige Wolkenkratzer zu erkennen.


Erster Satz:


Kelly Hartford ließ ihren Blick aus dem Taxifenster schweifen.


Inhalt:


Ausgerechnet während der Feierlichkeiten ihres zehnten Hochzeitstages erfährt Cassie, dass ihr Mann schon jahrelang eine Affäre mit einer guten Freundin hat. Sie flüchtet von der Feier und möchte so schnell wie möglich weg von alldem. Ihre Jugendfreundinnen Kelly, Anouk und Suzy können sich nicht einigen, wo sie am besten aufgehoben ist und so beschließen sie, dass Cassie jede von ihnen besuchen und vier Monate lang bei ihr leben soll. Sie wird äußerlich generalüberholt und beginnt auch innerlich mehr und mehr sich zu verändern. Dank einer Liste, die ihr Suzys Bruder Henry, für New York und anschließend Paris erstellt begibt sich Cassie auf eine rätselhafte Schnitzeljagd und landet schließlich an Weihnachten bei Tiffany´s.

"Sie sah sich atemlos um. Alles war genauso wie in dem Film: die Kirschholztische, in denen unter Glas die Kostbarkeiten funkelten, weiter hinten ein riesiger, herrlich geschmückter Christbaum, unter dem zahlreiche Schachteln als liebevolle Dekoration ausgebreitet lagen. Tiffany´s: der Inbegriff des Megawatt-Glamours der New Yorker Society" (S. 214)



Meine Meinung zum Buch:


Eigentlich hatte ich an dieses Buch keine allzu hohe Erwartungen und dachte, es wäre eine der typischen Weihnachtsgeschichten und so stand das Buch auch schon recht lange in meinem Bücherregal ohne größere Beachtung. Was ich dann allerdings bereits nach wenigen Seiten feststellen musste, war die Tatsache, dass ich komplett falsch lag. Die Tiefsinnigkeit, die diese Geschichte nach einem etwas holprigen Einstieg zeigt, ist wirklich überraschend.

Die Protagonistin Cassie steht von einem Tag auf den anderen vor dem Nichts. Eine Wohnung kann sie sich nicht leisten, solange die Scheidung nicht durch ist, eine abgeschlossene Ausbildung hat sie nicht und nach allem was passiert ist, weiß sie gar nichts mit sich anzufangen. Ihren Mann Gil hat sie bereits sehr früh geheiratet und gemeinsam lebten sie in der schottischen Einöde. Ich mochte Cassie mit ihrer zurückhaltenden und bescheidenen Art auf Anhieb und auch die weiteren Charaktere fand ich beeindruckend.

Die vier Freundinnen kennen sich von klein auf und könnten unterschiedlicher nicht sein. Kelly, die Besitzerin einer Fashion-PR Firma in Manhattan ist und täglich ein straffes Fitness- und Schönheitsprogramm durchzieht, lässt Cassie erstmal komplett umstylen und führt sie ein in die Welt der Mode. Anouk lebt in Paris und ist eine gefragte Schmuckdesignerin. Sie führt ein ganz anderes Leben als Kelly in New York und lebt eher ruhig in Paris. Cassie hat sie immer bewundert und wollte sein wie sie. Und dann ist da noch Suzy, die als Hochzeitsplanerin arbeitet, verheiratet ist und in London lebt. Suzy ist ebenfalls sehr erfolgreich, liebt Cupcakes und ist genau wie ihr Bruder Henry sehr bodenständig und natürlich.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir etwas schwer, da die Geschichte aus der Sicht von Cassie, allerdings in der 3. Person, beschrieben wird. Allerdings gewöhnte ich mich daran schnell und spätestens bei ihrer Ankunft in New York, hatte mich das Buch in seinen Bann gezogen. Ich habe mit Cassie gestaunt und gelitten und durch die einzigartigen Charaktere, denen Cassie im Verlauf der Geschichte begegnet, macht sie eine erstaunliche Verwandlung durch. Das Buch umfasst mit seinen 576 Seiten einen langen Zeitraum und sowohl die einzelnen Schauplätze als auch die Jahreszeiten werden dabei sehr anschaulich beschrieben.

Das Ende ist zwar vorhersehbar, aber dennoch spannend und rätselhaft bis zum Schluss.

Mein Fazit:


Eine wunderbare Lektüre, bei der man sich zurücklehnen und gedanklich auf Reisen gehen kann. Ich hatte mit diesem Buch zauberhafte Lesestunden und fand die humorvoll erzählte Liebesgeschichte einfach herzerwärmend.





                                                        ★ ★ ★ ★ 





Freitag, 26. September 2014

Schrippenblues - Moses Wolff

Bildquelle: Goldmann Verlag

   Autor: Moses Wolff

   Verlag: Goldmann Verlag

   Seitenzahl: 289

   ISBN: 978-3-442-48099-9

   Preis: 8,99 €

   Ebenfalls als eBook erhältlich!

   zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

   oder bei: Amazon





Cover:


Das Cover sieht toll aus und passt super. Man sieht im Vordergrund den Bauch eines Mannes im Trachtenanzug und im Hintergrund Berlin mit dem Fernsehturm.



Erster Satz:


Griaßeich! Herzlich willkommen auf dem Berg!



Inhalt:


Der Wildbach Toni ist Bergführer und bei einer seiner Wanderungen kommt es zu einem Streit mit zwei Berlinern die Nikolausbärte und Schlumpfmützen tragen. Kurz darauf trifft er in der Stammkneipe auf seine Freundin, des Tinerl, und die überrumpelt ihn mit einem Heiratsantrag. Dem Toni geht das jedoch alles etwas zu schnell und er kann das nicht so spontan entscheiden. Sein Tinerl ist sehr verletzt und reist gemeinsam mit den beiden nikolausbärtigen Schlumpfmützenträgern nach Berlin. Nachdem ihm seine Freunde im Dorf raten: "Hintrher muascht!" beschließt er sie zurückzuholen. 



Meine Meinung zum Buch:


"Schrippenblues" ist die Fortsetzung des Romans "Der Wildbach Toni". Da es sich jedoch um abgeschlossene Geschichten handelt, kann man "Schrippenblues" problemlos lesen, ohne den 1. Band zu kennen. 

Mich lässt dieses Buch sehr zwiegespalten zurück. Einerseits fand ich die Idee sehr gut - ein bayerischer Bergführer, der seiner Freundin nach Berlin nachreist und dann feststellen muss, dass so eine Großstadt wie Berlin, alles andere als einfach zu bewältigen ist. Andererseits fand ich das Buch teilweise sehr langatmig und die Handlung plätscherte so dahin. 

Das erste Drittel des Buches hat mir sehr gefallen und auch die Reise nach Berlin war recht amüsant beschrieben, danach jedoch passierte einfach kaum noch was und es wurden lediglich Tonis täglichen Ausflüge durch irgendwelche Kneipen oder Straßen in Berlin beschrieben. Mir fehlte dabei schlichtweg die Spannung und die nächtlichen Sex-Eskapaden passten meiner Meinung nach einfach nicht zu diesem Charakter. 

Toni wirkte auf mich anfangs eher konservativ und naturverbunden und ich fand die Beziehung zu Bettina, die in Berlin dann eher nebensächlich wurde, passte da nicht so richtig dazu. In Berlin mauserte sich Toni dann plötzlich zum Macho und ließ bei den Frauen nichts anbrennen. 

Der Schreibstil war anfangs auch etwas schwer lesbar, da vieles in Dialektsprache war, das ich mehrfach lesen musste um es zu verstehen. Man muss sich für dieses Buch auf jeden Fall Zeit nehmen und für schnell mal zwischendurch ist es eher ungeeignet. 

Alles in allem denke ich, "Schrippenblues" ist ein unterhaltsamer Roman, der vor allem durch seinen versteckten Humor besticht. Bei der Umsetzung jedoch fehlt der Geschichte die nötige Spannung und es erinnert eher an einen Reisebericht.



                                                                   ★ ★ ★ ☆ 







Samstag, 9. August 2014

High Heels und Gummistiefel - Muriel Zagha



    Autor: Muriel Zagha


    Verlag: Goldmann Verlag

    Seitenzahl: 416

    ISBN-978-3-442-47191-1

    Preis: 8,99 Euro

    ebenfalls als eBook erhältlich!

    zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

    und bei: Amazon




Cover:


Das Cover ist schlicht und einfach gehalten, aber mir gefällt der Schriftzug mit den kleinen Bildern, die viel über den Inhalt der Geschichte aussagen, sehr gut. Man sieht den Eifelturm sowie einen Londoner Bus und eine Quitte, einen Spaten sowie ein Kleid, einen Hut und einen Schal. 



Erster Satz:


Also, es gab überhaupt keinen Grund, in Panik zu geraten.



Inhalt: 


"Seriöse, zuverlässige junge Französin möchte ab Anfang Juli für ein Jahr Wohnung in Paris (linkes Seine-Ufer) gegen ähnliche Wohnmöglichkeit (ruhige Lage bevorzugt) in London tauschen."

Die Französin Isabelle sucht eine Wohnung in London, um einige Quellen über die Schriftstellerin Meredith Quince zu recherchieren. Sie möchte ein Jahr lang in London leben und ihre Doktorarbeit währenddessen schreiben.

Auf ihre Annonce meldet sich Daisy, die in der Modebranche tätig ist und in Paris eine neue Herausforderung sucht. Die beiden tauschen daraufhin ihre Wohnung für zwölf Monate, ihren Freundeskreis und ihre Mitbewohner und das Leben beider Frauen ändert sich daraufhin grundlegend.



Meine Meinung zum Buch:


"High Heels und Gummistiefel" handelt abwechselnd aus der Perspektive von Daisy, die nach Paris geht, und Isabelle, die für ein Jahr nach London zieht. Die einzelnen Kapitel sind immer mit dem Namen der jeweiligen Protagonistin betitelt, was ich sehr hilfreich fand, denn so wusste man immer gleich, wo die Handlung gerade statt findet.

Die Studentin Isabelle war mir mit ihrer zurückhaltenden Art auf Anhieb sympathisch und ihre Suche nach den Manuskripten der Schriftstellerin Meredith Quince sowie ihre merkwürdige Beziehung mit dem Franzosen Clothaire, gaben dem Buch die nötige Spannung. Über die Engländerin Daisy dagegen hätte ich gerne noch mehr erfahren, denn ihre Beweggründe nach Paris zu gehen, habe ich nicht so ganz verstanden. Isabelles Mitbewohner in London, Chrissie und Jules, haben mich oftmals schmunzeln lassen. Chrissie ist schwul und entwirft Hüte für eine bekannte Designerin, Jules spielt in einer Gothic Band und arbeitet tagsüber in einem Sex-Shop. Beide freunden sich sehr gut mit Isabelle an und helfen Isabelle mit ihren Ratschlägen sehr, ihr Leben grundlegend zu verändern. 

Daisy hat in diesem einem Jahr in Paris eher weniger Glück. Sie tut sich etwas schwer mit Isabelles Freunden und weiß am Ende nicht mehr, wem sie eigentlich noch trauen kann. Dabei wollte sie zwischenzeitlich sogar für immer in Paris bleiben.

Mir haben besonders die Beschreibungen aus der Sicht von Daisy gefallen in Paris und ich fand die Stadt sowie die Menschen dort wurden sehr gut beschrieben im Buch. Dagegen fand ich, die Beschreibungen über London waren etwas dürftig. Sehr gerne hätte ich mehr erfahren über diese großartige Stadt und die Londoner selbst. 

Alles in allem war das Buch teilweise recht witzig und locker geschrieben, enthielt jedoch auch viele nachdenkliche Stellen. Das richtige Buch für verregnete Urlaubstage, bei dem man sich herrlich wegträumen kann. Das Ende war für mich dann doch recht überraschend und alles in allem ist es eine sehr schöne Liebesgeschichte, die vollkommen ohne Kitsch auskommt und ein Happy End für beide Frauen beinhaltet!



                                                                ★ ★ ★ ★