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Donnerstag, 4. Februar 2021

Willst du Blumen, kauf dir welche: (K)ein Romantik-Roman - Ellen Berg




 Autor: Ellen Berg

Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag

Seitenzahl: 480

ISBN: 978-3-7466-3587-3

Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2020

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Aufbau Verlag

oder bei: Amazon


Cover:

Das Cover macht den Anschein, als ginge es in dieser Geschichte hauptsächlich um ältere Leute, aber in allererster Linie geht es um die etwa dreißigjährige Lena und deren Dating-Partner. Da es den bereits erschienenen Büchern der Autorin von der Optik her ähnelte, habe ich zuerst mal den Klappentext gelesen, bevor ich mir das Cover genauer anschaute. Ich finde es amüsant, aber vielleicht hätte man sicherheitshalber auch ein bis zwei jüngere Leute mit darauf abbilden sollen.


Erste Sätze:


Lena Hagedorn liebte Bücher über alles. Sofern man das richtige Gespür für Gedrucktes hatte, konnte man einfach nicht enttäuscht werden, so ihre feste Überzeugung.


Inhalt:


Datest du noch – oder liebst du schon?-

Buchhändlerin Lena glaubt an Romantik – und an Liebe auf den ersten Blick. Statt sich der harten Dating-Realität auszusetzen, schwelgt sie lieber in romantischen Liebesromanen. Als der Erfolgsautor Benjamin Floros behauptet, er habe den ultimativen Algorithmus für die Liebe per Online-Dating gefunden, gibt sie erbittert Kontra. Daraufhin wettet Benjamin, dass er mit seiner Liebesformel den perfekten Mann für Lena finden wird. Trotzig lässt sie sich auf das Dating-Experiment ein – und muss bald schon feststellen, dass ihr Herz ins Schlingern gerät.

Der neue Roman von Bestsellerautorin Ellen Berg über die Liebe in all ihren Spielarten – effizient wie in der Dating-App oder romantisch wie bei Jane Austen.


Meine Meinung zum Buch:


Bei diesem Buch machte mich der Klappentext sofort neugierig, und da es aktuell ohnehin eine schwierige Lage ist, aufgrund des 2. Lockdowns, suchte ich mit dieser Geschichte etwas Abwechslung vom Alltagseinerlei. 

Lena hat ihre Buchhandlung erst kürzlich eröffnet und versucht nun mit Autoren-Lesungen neue Kunden anzulocken. Als sie dabei den Erfolgsautor Benjamin Floros zu Gast hat, der viel zu spät kommt und unsympathisch auf sie wirkt mit seinen merkwürdigen Ansichten zum Thema Romantik, hofft sie darauf, dass dieser schnell wieder verschwindet aus ihrem Leben. Stattdessen überredet er sie zur Anmeldung bei einer Dating-Plattform und es kommt zu einer Wette, die Lenas Welt nach und nach ins Chaos zu befördern droht. 

Es dauerte etwas bis ich mit der Hauptprotagonistin warm wurde, da sie anfangs etwas fad auf mich wirkte. Sie hat sich gemeinsam mit ihrer Tante häuslich eingerichtet und verbringt ihre Zeit am liebsten mit Wohlfühlklamotten, lesend in ihrem Zimmer. Tante Hilde, eine rüstige Rentnerin, fand ich dagegen auf Anhieb witzig und ich hatte da irgendwie augenblicklich ein urkomisches Bild vor Augen, wenn es um sie ging. Ellen Berg hat diese so liebenswürdig und detailgetreu beschrieben, dass man sie einfach mögen muss. 

Die Geschichte nimmt erst so richtig Fahrt auf, als es endlich um die Dates geht, die Benjamin für Lena organisiert hat. Dabei entstehen so irrwitzige Szenen und verrückte Situationen, dass ich teilweise Tränen gelacht habe. Die Autorin hat das alles etwas zugespitzt dargestellt, aber ich denke, so oder so ähnlich könnte es jedem passieren, der sich online verabredet und dabei auf Menschen trifft, die ihre kleineren oder größeren Macken bisher geschickt verbergen konnten. Das Ende hatte ich mir ehrlich gesagt etwas anders gedacht als es schließlich im Buch kam, aber so war es auch in Ordnung für mich. Ich hätte es mir lediglich etwas weniger kitschig dargestellt gewünscht zum Schluss.  

Mein Fazit:


Ellen Berg ist mit diesem Roman eine humorvolle Geschichte gelungen, die für mich genau zur richtigen Zeit kam und die mich aus meiner Leseflaute holen konnte. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und freue mich nun auf weitere Bücher der Autorin. 






Freitag, 28. April 2017

Mein schlimmster schönster Sommer - Stefanie Gregg

Autor: Stefanie Gregg

Format: E-Book

Seitenzahl: 304

Verlag: Aufbau Taschenbuch

ISBN: 978-3746633213

Erscheinungsdatum: 17. Februar 2017

Ebenfalls als Taschenbuch erhältlich!

zu kaufen bei: Aufbau Verlag

oder bei: Amazon


Cover:


Das Cover ist ein schöner Blickfang und wirkt mit seinen warmen Farben wahrhaftig sommerlich. Die abgebildeten Motive finden sich in der Geschichte wieder und lassen so bereits einiges über die Handlung erahnen. Da passt einfach alles!


Erste Sätze:


Männerfaustgroß.
Männerfaustgroß ist größer als tennisballgroß. Klingt auch gefährlicher. Tennisballgroß konnte ich sportlich nehmen.


Inhalt:


Isabel wird nach einem Klinikaufenthalt mit den Worten entlassen, sie soll doch nochmal verreisen, bevor sie sich erneut in Behandlung begibt. Eigentlich überhaupt nicht ihre Art, so spontan Dinge zu tun, ohne genaue vorherige Planung. Doch nun wurde ihr ein Tumor prognostiziert und als sie einen alten VW Bully sieht, der verkauft werden soll, fasst sie innerhalb weniger Minuten den Entschluss nach Südfrankreich zu reisen. Da der Besitzer Rasso jedoch zuvor noch einiges erledigen muss, wird daraus eine ereignisreiche Reise und Isabels schlimmster schönster Sommer.


Meine Meinung zum Buch:


Ich liebe Roadtrip-Romane und nachdem ich das Cover dieses Buches sah, mit dem VW Bully vorne drauf, stand für mich fest, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Nun, die Handlung verlief dann doch etwas anders, als ich es erwartet hatte, aber begeistern konnte mich diese Geschichte dennoch.

Isabel lebt in einer festen Beziehung, aber so richtig glücklich ist sie mit ihrem Partner schon lange nicht mehr. Es hat eher was von einer Zweckgemeinschaft, beide leben für ihre Arbeit, und Ehe oder Kinder waren nie ein Thema. Mit Isabels Erkrankung kann ihr Freund absolut nicht umgehen, sodass sie kurzerhand beschließt einfach alleine zu verreisen. Doch dann kommt alles ganz anders, denn sie findet in Rasso, der sie eigentlich nur kurz begleiten wollte, bevor sie alleine nach Südfrankreich fährt, einen wahren Freund, lernt weitere außergewöhnliche Menschen kennen und lernt viel über sich selber während dieser Reise.

Die beiden Hauptcharaktere Isabel sowie Rasso geben ein sehr gegensätzliches Paar ab, aber ich mochte sie auf Anhieb und konnte auch gut nachvollziehen, was in Isabels Kopf vorgeht, nachdem sie diese niederschmetternde Diagnose erhalten hat. Auch Rasso fand ich sehr realistisch dargestellt und seine Wandlung während dieser Geschichte überzeugten mich gänzlich. Bisher lebte er für seinen Traum Musiker zu werden, es fehlte jedoch immer das nötige Kleingeld und so hielt er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, genoss seine Freiheit und versuchte seine Träume zu verwirklichen.

Eigentlich hatte ich aufgrund des Klappentextes sowie den ersten Seiten eine eher traurige Geschichte erwartet und war anfangs etwas enttäuscht, dass dieses Buch oftmals so lustig war. Stellenweise war mir das fast schon etwas zu viel des Guten und ich vermisste die Ernsthaftigkeit, die tiefgründigen Gespräche oder auch bedrückende Momente. Ab und an gab es all das auch, aber oftmals waren mir die Szenen einfach zu albern, die Nebencharaktere zu schräg oder auch die Themen zu belanglos. Dennoch mochte ich diesen Roman und fand ihn unterhaltsam. Naja, und da das Ende dann doch sehr passend war, sah ich vieles auch etwas weniger kritisch im Nachhinein. Die Geschichte soll eher die Leichtigkeit einer unbeschwerten Reise vermitteln und vielleicht auch zum Nachdenken anregen, was ihr dann letztendlich auch gut gelang.

Die Handlung ist abwechslungsreich und teilweise urkomisch beschrieben, sodass keine Langeweile aufkommt, aber besonders am Anfang empfand ich die vielen "glücklichen Zufälle" doch eher unglaubwürdig. Das legte sich jedoch dann urplötzlich und dadurch konnte mich das Ganze auch wesentlich mehr fesseln.

Mein Fazit:


Mich konnte "Mein schlimmster schönster Sommer" trotz einiger Kritikpunkte gut unterhalten. Die Tiefgründigkeit blieb bei der Fülle an merkwürdigen Geschehnissen leider etwas auf der Strecke, aber als lockere Lektüre für zwischendurch passte es ganz gut.




Samstag, 21. Mai 2016

Als meine Schwestern das Blaue vom Himmel holten - Susanna Mewe


Autor: Susanna Mewe

Verlag: Aufbau Taschenbuch

Seitenzahl: 336

ISBN: 978-3-7466-3219-3

Erscheinungsdatum: 12. Februar 2016

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Aufbau Verlag

oder bei: Amazon



Cover:


Ich finde das Cover wunderschön gestaltet und mag die Haptik des Buches sehr. Die Farben sowie die schwarz/weiß gezeichneten Blumen harmonieren perfekt miteinander und während die farbigen Punkte sich glatt anfühlen, kann man die Buchstaben des Titels spüren. Der Rest des Covers ist matt und fühlt sich rau an.

Erste Sätze:


In den entscheidenden Momenten meines Lebens war ich immer mit anderen Dingen beschäftigt. So auch an dem Samstagmorgen, als Lars mit mir Schluss machte.


Inhalt:


Mia wurde von ihrem Freund vor die Tür gesetzt und da sie auch beruflich wenig Perspektiven sieht, droht ihr die Obdachlosigkeit. Als ihre Schwester Paula ihr anbietet sie zu besuchen, da ja ohnehin ein Klassentreffen ansteht, sträubt sch zwar alles in ihr, aber es bleibt ihr gar nichts anderes übrig als ihr Angebot anzunehmen. Dort angekommen fällt ihr schnell auf, dass es in der Beziehung ihrer Schwester kriselt, aber sie möchte sich nicht einmischen. Wenig später steht Lucy vor ihr und versucht sie sowie die gemeinsame jüngere Schwester Sophie zu überreden, die Ehe von Mia zu retten und Weihnachten gemeinsam zu feiern. Es kommt erst zum Streit, doch dann beginnen die ungleichen Schwestern doch, sich um Paula zu sorgen und sie planen sie mit ihrem Besuch zu überraschen. Schnell sind die alten Probleme sowie der nichtausgesprochene Ärger ihrer gemeinsamen Kindheit wieder da und das gemeinsame Weihnachtsfest droht im Chaos zu enden.


Meine Meinung zum Buch:


"Als meine Schwestern das Blaue vom Himmel holten" ist ein Roman, bei dem ich die Rezension schon viel zu lange vor mir herschiebe, weil es mir unwahrscheinlich schwerfällt, das was ich beim Lesen fühlte in die richtigen Worte zu verpacken. Angefangen damit, dass ich das Buch nach den ersten Seiten am liebsten sofort wieder zugeklappt hätte, weil ich nur schwer reinkam, bis dahin, dass ich mich teilweise selber wieder erkannt habe und den Schreibstil im Nachhinein absolut genial finde.

Mia, aus deren Sicht die Geschichte geschrieben ist, habe ich nach einigen Anlaufschwierigkeiten richtig ins Herz geschlossen. Sie ist jemand, der sämtliche Probleme, ungeliebte Aufgaben und ähnliches erst mal weit weg schiebt und sich einigelt, anstatt zu handeln. Nachdem ihr Freund Schluss gemacht hat, weiß sie zwar, dass etwas passieren muss und dass ihr Leben sich ändern muss, aber sie steckt in ihrem Trott fest. Sie hält sich irgendwie mit Gelegenheitsjobs über Wasser, hofft aber trotzdem auf einen Auftrag, bei dem sie ihr journalistisches Können zeigen kann.

Mit ihren drei Schwestern Paula, Lucy und Sophie hat sie wenig gemeinsam und am liebsten würde sie den Kontakt zu diesen komplett vermeiden, doch sie sind nun mal ihre Familie. Und ob sie will oder nicht, sie muss sich mit ihnen auseinandersetzen. Die Mädchen hatten eine sehr ungewöhnliche Kindheit und als sie nun gemeinsam das Weihnachtsfest verbringen müssen, gibt es immer wieder Streit, aber gleichzeitig beginnen sie endlich, die alten Probleme und Sorgen auszusprechen. In den Gesprächen der Vier sowie Mias Gedanken erfährt man viel über die Eltern und welch merkwürdige Kindheit die Vier hatten, aber einiges kann man sich dann nur selber zusammenreimen. So war mir das Verhalten des Vaters beispielsweise oftmals völlig suspekt und da hätte ich gerne noch mehr erfahren, trotzdem bekommt man in etwa ein Bild über diese Familie und kann auch nachvollziehen, warum sich die Schwestern teilweise so spinnefeind sind.


"Worte haben mir noch nie Angst gemacht. Meine Mutter schrie, sie würde in den Fluss springen und sich ertränken, falls wir nicht auf der Stelle unsere Zimmer aufräumten, und wir räumten unsere Zimmer trotzdem nicht auf. In unserer Familie galt die Logik des Geiseldramas: Solange noch geredet wurde, war alles in Ordnung." (Zitat S. 38/39)


Am Anfang fiel es mir etwas schwer in die Geschichte reinzukommen, da ich mir erst mal von den verschiedenen Charakteren ein Bild machen musste und auch an die teils rotzige und derbe Ausdrucksweise musste ich mich erst gewöhnen, aber wenn man dann erst mal richtig drin ist, ist der Schreibstil einfach herrlich. Wenn man es am wenigsten erwartet, kommen von Mia so bissige und sarkastische Gedanken zustande, dass ich immer wieder schmunzeln musste. Das merkwürdige Verhalten von Paulas Ehemann sowie dem verhaltensgestörten Sohn tun ihr übriges dazu und stellenweise habe ich einfach Tränen gelacht.

Mein Fazit:


Mich hat dieser Roman absolut überzeugt, durch die starken Charaktere und seinen frechen sowie sarkastischen Humor. Ich werde auf jeden Fall noch lange darüber nachdenken und ich finde es toll, dass diese vier unterschiedlichen Schwestern sich trotz allem immer wieder zusammenraufen und in den schwierigen Momenten fest zueinander halten. Eine Leseempfehlung für alle, die besondere Protagonisten mögen und die wissen, dass Familie nicht immer einfach ist.



Mittwoch, 18. Mai 2016

Lizzis letzter Tango - Anja Marschall

Autor: Anja Marschall

Format: E-Book

Seitenzahl: 308

Verlag: Aufbau Taschenbuch

ISBN: 978-3-7466-3163-9

Erscheinungsdatum: 21. September 2015

Ebenfalls als Taschenbuch erhältlich!

zu kaufen bei: Aufbau Verlag

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Cover:


Das Cover sprach mich im ersten Moment nicht unbedingt an, aber den Titel fand ich witzig und er machte mich neugierig auf diese Geschichte. 


Erste Sätze:


Lizzi sah von dem Kreuzworträtsel auf ihrem Schoß auf. Die Stirn in Falten gelegt, blickte sie über den Rand ihrer Lesebrille, um den Mann auf der Mattscheibe ihres alten Fernsehers besser beobachten zu können. Sie war sich sicher, dass auch er nicht alle Antworten wusste und stets nur so tat als ob.


Inhalt:


Lizzi Böttcher hat ihr Leben lang versucht, das Geld zusammenzuhalten, welches ihr Mann mit vollen Händen ausgab. Kurz vor seinem Tod überfiel er eine Bank, doch die Beute wurde nie gefunden und er verstarb noch während der Ermittlungen. Seine Ehefrau Lizzi hat den Fund der Beute einfach nicht gemeldet, da sie auf ihre alten Tage auch das Leben noch ein wenig genießen wollte. Sie mietete sich in einem schicken Seniorenheim in Blankenese ein und zahlte ihre Miete monatlich in bar. Als ihr jedoch erst ihr Vermögen gestohlen wird und wenig später noch von der Heimleiterin die Wohnung gekündigt wird, muss sie sich dringend etwas einfallen lassen. Gemeinsam mit der Pflegerin Mareike und einem pensionierten Kommissar macht sie sich erst auf die Suche nach ihrem Geld und schlittert dann auch noch in die Ermittlungen in einem Mordfall.


Meine Meinung zum Buch:


Obwohl mich das Cover im ersten Moment nicht wirklich ansprach, finde ich es doch im Nachhinein gut passend zur Geschichte und hätte vielleicht lediglich andere Farben bevorzugt. Da mich der Titel sowie die Kurzbeschreibung jedoch neugierig machten, wollte ich diesen Krimi nur allzu gerne lesen.

Lizzi ist absolut herrlich und ich habe sie sofort ins Herz geschlossen. Sie wirkt wie eine Mischung aus Miss Marple und Renate Bergmann, weil sie einerseits sehr scharfsinnig sowie schlagfertig ist und andererseits ist sie so herzensgut, wenn sie zum Beispiel über die tüdelige Gerda redet, dass man sie einfach mögen muss. Sie hinterfragt vieles und durch ihr fotografisches Gedächtnis fallen ihr immer wieder kleinste Details auf, die alle anderen zu übersehen scheinen.

Lizzi könnte es sich von ihrer mickrigen Rente niemals leisten, in so einem luxuriösen Heim zu leben und finanziert das Ganze mit dem Geld des letzten Bankraubs ihres verstorbenen Mannes. Die Heimleiterin möchte sie am liebsten so schnell wie möglich loswerden, da sie mit ihrer Aufmachung schlichtweg nicht zum Image des Hauses passt. Doch Lizzi kann sich nicht vorstellen woanders zu wohnen, da sie die Aussicht auf die Elbe so liebt und viele schöne Erinnerungen damit verbindet.

Den Handlungsort sowie die Charaktere beschreibt die Autorin sehr anschaulich und ich konnte mir die Szenen sehr gut bildlich vorstellen. Besonders schmunzeln musste ich über die kleinen Reibereien zwischen der Pflegerin Mareike, die kurzerhand gekündigt wurde und nun Arbeit sucht, sowie dem Kommissar im Ruhestand, Ewald Pfeiffer. Dieser war damals der ermittelnde Beamte beim Bankraub, und dass die Beute nie gefunden wurde, lässt ihm auch Jahre später keine Ruhe. Da er sich jedoch furchtbar langweilt im Ruhestand, möchte er Lizzi unbedingt helfen und mit ihr zusammenarbeiten.

Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Lizzi erzählt, aber zum Teil auch aus der Sicht von Pfeiffer sowie Mareike, sodass man auch diese Charaktere besser kennenlernen kann und ihre Beweggründe leichter nachvollzieht. Der Schreibstil ist locker und leicht und lässt sich herrlich schnell lesen, sodass die Seiten nur so am Leser vorbeifliegen und man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Was den Mordfall betrifft, hatte ich zwar schon frühzeitig eine Ahnung in welche Richtung die Geschichte geht, aber dies tat der Spannung keinen Abbruch und man möchte natürlich auch wissen, wie es mit Lizzi weitergeht. Den Showdown zum Ende hin fand ich nicht so ganz überzeugend, aber diesbezüglich möchte ich nicht spoilern.

Mein Fazit:


Ein toller Reihenauftakt, mit einer kultverdächtigen Ermittlerin, von der es hoffentlich noch viele Teile geben wird. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Leser, die eher unkonventionelle Ermittler/innen mögen, die einem auch mal ein Lachen entlocken, werden mit diesem Buch auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.





Info:

Momentan läuft noch unsere Blogtour zum Buch und bei den einzelnen Stationen könnt ihr die Geschichte sowie deren Hauptthemen noch etwas besser kennenlernen. Über meine Ankündigung oben auf der Sidebar, gelangt ihr zu den teilnehmenden Blogs.

Teil 2 der Geschichte ""Lizzi und die schweren Jungs" erscheint bereits am 17. Juni 2016.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Mach mir den Garten, Liebling! - Ellen Berg



Autor: Ellen Berg

Verlag: Aufbau Taschenbuch

Seitenzahl: 320

ISBN: 978-3746631462

Erscheinungsdatum: 16. November 2015

Ebenfalls als e-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Aufbau Verlag

oder bei: Amazon



Cover:


Das Cover ähnelt den bereits erschienenen Büchern der Autorin. Mich schreckten diese bisher immer etwas vom Lesen ab, da stets ältere Personen abgebildet wurden, und ich dachte, dass auch die Protagonisten überwiegend dieser Altersgruppe entsprechen.


Erster Satz:


Luisa Fröhlich machte ihrem Nachnamen alle Ehre.


Inhalt:


Luisa erhält überraschend eine Karte von ihrer Tante Ruth, die sich für einen Besuch ankündigt. Dabei könnte der Zeitpunkt ihres Besuches nicht ungünstiger sein: Um den Schrebergarten, den die Tante ihr vermachte, hat sie sich überhaupt nicht gekümmert, ihr Job ist in Gefahr, und sie stottert noch immer die Schulden ihres Ex-Freundes ab. Dabei hatte sie doch eigentlich mit einer Beförderung gerechnet und dem Ende all ihrer Sorgen. Doch nun bekommt sie einen neuen Chef vor die Nase gesetzt, muss den Garten innerhalb von zwei Wochen auf Vordermann bringen, und merkt dabei schnell, dass Gartenarbeit auch sehr glücklich machen kann.


Meine Meinung zum Buch:


Schon lange stehen die Bücher von Ellen Berg auf meinem Wunschzettel, doch irgendwie verunsicherten mich die Cover dann jedes Mal, und ich stellte die Bücher immer wieder zurück. Als ich bei "Mach mir den Garten, Liebling!" jedoch den Klappentext las, wurde ich doch neugierig, da es um einen Schrebergarten geht und ich einfach wissen wollte, was Luisa als unerfahrener Neuling dort erlebt.

Luisa ist neununddreißig, Single und arbeitet beinahe rund um die Uhr in einem Unternehmen, das Geschenkartikel herstellt. Freunde hat sie keine mehr, da sie sie wegen ihres Jobs immer wieder vertröstete und als ihr Chef ihr schließlich Hoffnung auf eine Beförderung macht, plant Luisa Großes. Sie will den ganzen Betrieb komplett umkrempeln und endlich ihre geplanten Fun-Artikel in den Verkauf bringen. Stattdessen hält ihr Chef einen Mann für geeigneter, ihre Kollegen machen sich über sie lustig und dann kündigt sich auch noch ihre Tante Ruth an, da sie endlich wieder in den Schrebergarten, den sie Luisa einst vermachte, möchte.

Am Anfang der Geschichte macht der Leser die Bekanntschaft mit Luisas Kollegen und ahnt sofort, in dieser Firma geht es mehr als chaotisch zu. Jeder macht was er will und die einzige, die ernsthaft arbeitet ist Luisa, die zugleich die Fehler ihrer Kollegen ausbügeln muss. Statt ihr dafür dankbar zu sein, machen sie sich über sie lustig und geben ihr den Spitznamen "Knäckebrot". Ich mochte sie auf Anhieb und konnte ihren Frust ganz gut nachvollziehen. Auch die Nebencharaktere fand ich sehr gut dargestellt, da man sie anhand ihrer kleinen Macken schnell zuordnen konnte.

Der Schreibstil ist locker sowie leicht lesbar, und obwohl es meinen Humor nicht so ganz traf, machten die schrägen Charaktere hier vieles wieder wett, indem sie allesamt eine tolle Wandlung durchmachen und jeder seine Rolle perfekt ausfüllt. Man kann sie sich sehr gut bildlich vorstellen und alleine das brachte mich oftmals zum schmunzeln. Was mich jedoch etwas störte, war die Vorhersehbarkeit, da man einfach zu schnell merkte, wer ein falsches Spiel spielt und geradezu mit dem Finger drauf gestoßen wurde. Desweiteren fand ich auch die Beschreibungen der Gärten etwas merkwürdig, da einmal die Magnolien in voller Blüte stehen und gleichzeitig in den Nachbargärten die Tomaten, Erbsen und Bohnen erntereif sind.

Mein Fazit:


"Mach mir den Garten, Liebling!" ist die ideale Lektüre um sich entspannt auf die nächste Garten-Saison vorzubereiten. Ich fand ihn trotz der Vorhersehbarkeit mehr als unterhaltsam und hatte ihn innerhalb von zwei Tagen durchgelesen.