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Dienstag, 20. März 2018

Wie Arthur Pepper sich vor seiner Nachbarin versteckte und am Ende doch sein Herz fand - Phaedra Patrick


Autor: Phaedra Patrick

Verlag: btb Verlag

Seitenzahl: 385

ISBN: 978-3-442-71520-6

Erscheinungsdatum: 9. Januar 2018

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

oder bei: Amazon



Cover:


Das Cover wirkt auf den ersten Blick etwas unscheinbar, da man erstmal eine Weile braucht, bis man den langen Buchtitel gelesen hat und dann sieht man plötzlich den kleinen Mann mit dem Koffer sowie die Tiere und Pflanzen am Rand, sodass man schnell erahnen kann, dass es um das Thema Reisen geht.


Erster Satz:


Jeden Tag um Punkt sieben Uhr dreißig stand Arthur auf, genau wie er es getan hatte, als seine Frau Miriam noch am Leben war.


Inhalt:


Arthur Pepper findet genau ein Jahr nach dem Tod seiner geliebten Frau ein Bettelarmband, das ihm zuvor nie begegnete und das er auch niemals an seiner Frau gesehen hatte. Da es ihm keine Ruhe lässt, beginnt er das Schmuckstück genauer unter die Lupe zu nehmen und findet schließlich einen kleinen Hinweis, der ihm Wichtiges über die Vergangenheit Miriams verrät. Nach und nach versucht er alle Herkunften der Anhänger rauszufinden und beginnt seine Ehe sowie sein eigenes Leben mit völlig anderen Augen zu sehen.


Montag, 5. Dezember 2016

Das letzte Ritual - Yrsa Sigurdardóttir


Autor: Yrsa Sigurdardóttir

Verlag: btb Verlag

Seitenzahl: 385

ISBN: 978-3442714407

Erscheinungsdatum: 12. September 2016

Ebenfalls als E-Book erhältlich

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

oder bei: Amazon




"Wenn der Zweck die Mittel heiligt, muss die Moral mildernde Umstände gewähren. Wenn nicht - muss man die Moral ändern" (Zitat)


Cover:


Das Motiv an sich finde ich völlig okay, aber zu dieser Geschichte, die meiner Meinung nach auch definitiv kein Thriller, sondern eher ein Krimi ist, finde ich es unpassend. Die Handlung handelt hauptsächlich in einer Stadt und hier fühlt man sich in ein einsames Bergdörfchen versetzt.


Erste Sätze: 


Der Hausmeister schaute sich verwundert um. Was war das? Durch das geschäftige Hantieren der Putzfrauen tönte ein sonderbarer Laut aus dem Gebäudeinneren.


Inhalt:


Die Anwältin Dóra Guðmundsdóttir erhält einen merkwürdigen Auftrag eines deutschen Ehepaars, denn sie soll den Mordfall an dessen Sohn Harald aufklären. Die Leiche des jungen Mannes wurde in einer Universität gefunden und ein Schuldiger war von der Polizei schnell ausgemacht, doch die Eltern misstrauen den Ermittlungen und finden das Verhalten der Polizei merkwürdig. Gemeinsam mit dem deutschen Anwalt Matthias versucht Dóra den Fall neu aufzurollen und erfährt dabei mehr über Hexenkult, Folterei sowie dunkle Rituale.


Meine Meinung zum Buch:


Der Roman "Das letzte Ritual" begleitete mich nun schon über einen sehr langen Zeitraum, da ich ihn eigentlich als Wanderbuch begonnen hatte, aber einfach keinen richtigen Einstieg fand. Da ich das Buch auch nicht ewig behalten wollte, aber gleichzeitig wissen wollte wie die Geschichte weitergeht, entschloss ich mich, es über Skoobe weiterzulesen. Nur mühsam kam ich dabei vorwärts und ich brauchte lange Zeit, bis das Ganze mich schließlich richtig fesseln konnte.

Dóra ist eine alleinerziehende Mutter zweier Kinder und arbeitet in einer Anwaltskanzlei. Ihr Alltag mit den beiden Kindern, insbesondere mit dem pubertierenden Sohn, verlangt ihr viel ab und zu allem Überfluss muss sie sich mit ihrer Sekretärin Bella, die sie notgedrungen von den Vormietern übernehmen musste, rumärgern.

Unterstützt wird sie bei den Ermittlungen von dem deutschen Anwalt Matthias, welcher ihr am Anfang schrecklich steif und überkorrekt vorkommt. Nach und nach taut dieser jedoch auf und die beiden wachsen zu einem interessanten Duo zusammen. Durch die viele Zeit, die sie gemeinsam verbringen entsteht Vertrauen zueinander und sie werden sich immer sympathischer.

Mit der Handlung tat ich mich stellenweise sehr schwer, da mir das Ganze zu viel Theorie über Zeugnisse aus der Zeit der Hexenverbrennungen, Folterei und alte Dokumente aufwies. Das Thema an sich interessierte mich zwar, aber ich vergaß zwischenzeitlich immer wieder einige Begriffe oder Namen, was sicherlich auch daran lag, dass ich das Buch über einen so langen Zeitraum immer wieder nur kurzzeitig las. Dennoch mochte ich die Anwältin und fand insbesondere ihre privaten Probleme spannend. Matthias hatte ich am Anfang völlig verkehrt eingeschätzt, sodass auch dieser mir mit der Zeit immer mehr ans Herz wuchs. Er scherzte viel mit Dóra und gemeinsam ergänzten sie sich toll.

Bis mich dieses Buch richtig packen konnte, hatte ich mich mehr oder wenig durch die Hälfte der Geschichte mühsam durchgearbeitet. Oftmals erschien mir das Theoretische Wissen viel zu trocken und auch die vielen Verdächtigen brachten mich immer wieder durcheinander. Trotzallem konnte mich das Buch besonders zum Ende hin positiv überraschen und auch die Sekretärin Bella brachte mich einige Male zum Schmunzeln. Leider gab es diesbezüglich jedoch nur wenige Szenen.

Mein Fazit:


"Das letzte Ritual" ist ein interessanter Reihenauftakt, der jedoch noch etwas mehr Spannung hätte vertragen können. Stellenweise fand ich die Geschichte eher ermüdend, und wären mir die beiden Ermittler nicht so ans Herz gewachsen, hätte ich das Buch wahrscheinlich längst abgebrochen. Dass ich nun unbedingt die Folgebände lesen möchte, ist wohl auch eher den beiden Anwälten geschuldet und nicht der Gesamthandlung. Über meine Bewertung habe ich lange nachgedacht, mich schließlich dann aber doch für die Vergabe von 4 Sternen entschieden, weil ich mit einem positiven Gefühl rausging und es irgendwie so ein Zwischending zwischen 3 und 4 Sternen für mich ist.





Anmerkung:

"Das letzte Ritual" wurde bereits 2006 vom Fischer Verlag erstveröffentlicht und nun vom btb Verlag neu aufgelegt.














Die Reihe:

1. Das letzte Ritual
2. Das gefrorene Licht
3. Das glühende Grab
4. Die eisblaue Spur
5. Feuernacht
6. Todesschiff

Freitag, 17. Juni 2016

Die Eismacher - Ernest van der Kwast


Autor: Ernest van der Kwast

Verlag: btb Verlag

Seitenzahl: 384

ISBN: 978-3442756803

Erscheinungsdatum: 9. Mai 2016

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

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"Es heißt, Liebe sei eine chemische Reaktion im Gehirn, doch ich empfinde sie eher als einen vollkommen unlogischen Mechanismus. Gibt man sich zu viel Mühe, stößt man den anderen ab. Tut man nichts, kann es sein, dass der andere einen will, aber auch, dass man gar nicht bemerkt wird. Was wissen wir schon darüber, wie das Herz funktioniert? Wie man es schneller schlagen lassen, wie man es erobern und für immer behalten kann?" (Zitat S. 135)


Cover:


Ich mag dieses Cover sehr, da es einerseits so simpel wirkt, mit der großen Eiswaffel voller Kugeln und andererseits finde ich es toll, da es fast wie ein gemaltes Stillleben aussieht.


Erster Satz:


Kurz vor seinem achtzigsten Geburtstag hat sich mein Vater verliebt.


Inhalt:


Giovanni stammt aus einer Familie, die seit mehreren Generationen von der Herstellung von Speiseeis lebt. Während sein Bruder Luca bereitwillig in die Fußstapfen seiner Eltern tritt, steht für Giovanni schon frühzeitig fest, dass er sein Leben lieber der Poesie widmen will. Er reist um die Welt um Literatur-Festivals zu organisieren, aber sein schlechtes Gewissen gegenüber seinem Bruder, der tagtäglich über die Sommermonate schuften muss, lässt ihn nicht ruhen. Dieser ist zwar mit der schönsten Frau verheiratet, von der auch Giovanni lange Zeit träumte, aber glücklich wirkt er nicht und auch Jahre später scheint er ihm übel zu nehmen, dass er das elterliche Eiscafé nicht gemeinsam mit ihm weiterführt. Als Luca jedoch mit einer ungewöhnlichen Bitte an seinen Bruder herantritt, beginnt auch für Giovanni ein neuer Lebensabschnitt und die Familie beginnt wieder näher zusammen zu rücken.


Meine Meinung zum Buch:


Auf "Die Eismacher" war ich bereits beim ersten Anblick des Covers unheimlich gespannt und auch die Leseprobe fand ich sehr vielversprechend, sodass ich es einfach lesen musste. Allerdings muss ich sagen, dass ich lange brauchte, um richtig reinzukommen in diese Geschichte, da es vom Schreibstil her doch schwieriger war als erwartet.

Am Anfang der Geschichte erfährt der Leser viel über die enge Verbundenheit zwischen Giovanni, aus dessen Sicht das Ganze erzählt wird, und seinem Bruder Luca. Die Familie betreibt seit Generationen ein Eiscafé in Rotterdam, Lediglich die vier Wintermonate verbringen die Talaminis in ihrer Heimat, den Dolomiten, den Rest des Jahres wachsen die beiden Brüder in einem Internat auf, während die Eltern im Eiscafé schuften. Erst nach dem Schulwechsel nimmt die Großmutter beide bei sich auf, wo sie schließlich eine unbeschwerte Kindheit verbringen können und die Sommertage genießen. Luca ist zwei Jahre jünger als Giovanni und träumt schon frühzeitig von neuen Eiskreationen, aber seine Eltern setzen auf die altbewährten Sorten und sind der Meinung, dass nur diese bei den Gästen ankommen. Giovanni interessiert sich dagegen schon frühzeitig für Bücher und Geschichten, aber besonders die Poesie hat es ihm angetan. Er sucht das Abenteuer und genießt die beruflichen Reisen, wofür sein Vater und vorallem sein Bruder überhaupt kein Verständnis haben.

Ich brauchte lange für den Einstieg in diese Familiengeschichte, was wohl am außergewöhnlichen Schreibstil lag. Der Hauptprotagonist Giovanni erzählt das Ganze rückblickend, zwischendurch gibt es jedoch immer wieder große Zeitsprünge und besonders am Anfang Ausführliches über die Geschichte des Eismachens. Mir war das stellenweise etwas zu viel Theorie und die Sprünge in die Gegenwart verwirrten mich dann zunehmend. Allerdings änderte sich das dann ab der zweiten Hälfte und das Buch nahm eine so spannende Wende, mit der ich überhaupt nicht rechnete, und plötzlich flog ich nur so durch die Seiten. Die zauberhafte Famile Talamini wuchs mir zunehmend ans Herz und besonders den eigenwilligen Sturkopf von Vater fand ich einfach herrlich. Auch die übrigen Charaktere passten allesamt und wirkten sehr authentisch.

Faszinierend fand ich die tollen Eiskreationen, die Luca nach und nach entdeckt und obwohl ich mir bisher nie sonderlich viel aus Eis machte, bekam ich wahrhaftig Lust auf all die tollen Sorten. Allerdings konnte ich auch Giovanni sehr gut verstehen, der lieber mit all den Traditionen bricht und seinen eigenen Weg geht. Ernest van der Kwast erzählt diese Geschichte in einer eher ruhigen, aber eindringlichen Erzählweise und man kann die besondere Atmosphäre dieser Familie und das was sie ausmacht prima nachempfinden.

Mein Fazit:


Nach einem etwas schwierigerem Start konnte mich das Buch dann doch noch überzeugen. Eine wundervolle italienische Familie, die mir sehr ans Herz wuchs und die ich gerne persönlich kennen würde. Wahrscheinlich wäre ich ihr bester Kunde.



Dienstag, 21. Juli 2015

30 Tage und ein ganzes Leben - Ashley Ream


Autor: Ashley Ream

Verlag: btb Verlag

Seitenzahl: 416

ISBN: 978-3-442-74611-8

Erscheinungsdatum: 11. Mai 2015

Ebenfalls als eBook erhältlich!

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Cover:


Das Cover hat mir auf Anhieb gefallen. Man sieht darauf die Silhouette einer Frau, die die Schuhe in der Hand trägt, und auf einem Felsvorsprung steht. Etwas weiter unten steht eine Katze auf einem Felsen. Ich finde das Cover sowie die heitere Farbauswahl passen sehr gut zur Geschichte.


Erster Satz:


Ich warf die Teekanne aus dem Fenster.


Inhalt:


Clementine, die seit Jahren unter schweren Depressionen leidet, beschließt zu sterben, da weder Therapien noch Medikamente die erhoffte Wirkung erbrachten. Sie feuert kurzerhand ihren Psychiater sowie ihre Assistentin und plant ihr Ableben. Innerhalb von 30 Tagen möchte sie alles geregelt haben, plant ihre eigene Beerdigung und versucht eine neue Unterkunft für den Kater Chuckles zu finden, denn schließlich möchte sie kein Chaos hinterlassen. Gleichzeitig beginnt sie endlich das zu tun, was sie schon immer tun wollte und nicht das, was andere von ihr erwarten.


Meine Meinung zum Buch:


Nachdem ich durch eine Leseprobe auf dieses Buch aufmerksam wurde, wollte ich den Roman unbedingt lesen. Mir gefiel der Schreibstil sofort und ich mag so außergewöhnliche Charaktere, wie es auch bei der Hauptprotagonistin Clementine der Fall ist, unglaublich gern.

Clementine ist eine erfolgreiche Malerin und lebt gemeinsam mit ihrem Kater Chuckles in Los Angeles. Sie hat jahrelange Therapien hinter sich, da sie bereits in ihrer Kindheit den Tod der Mutter sowie ihrer Schwester verarbeiten musste. Immer wieder leidet sie unter Panikattacken und auch ihre Ehe zerbrach irgendwann daran. Als sie schließlich beschließt zu sterben, möchte sie vor ihrem Tod alles Nötige geregelt wissen und plant ihr eigenes Ableben bis ins kleinste Detail. Ich mochte Clementine auf Anhieb, da sie mich mit ihrem Sarkasmus ständig zum Lachen brachte und ich musste oftmals schmunzeln, mit welchen Gedanken sie sich umgibt, während sie ihren Tod plant. Da fällt ihr zum Beispiel auf, dass die Milch länger haltbar ist, als sie noch am Leben ist oder ein anderes Mal entdeckt sie einen Pickel und möchte doch eigentlich gut aussehen, wenn sie gefunden wird.

"Als ich damit fertig war, wusch ich mein Gesicht und überlegte, ob ich einen Pickel ausdrücken sollte, der noch nicht reif war, entschied mich dann aber dagegen. Womöglich würde er nicht rechtzeitig bis zu meinem Tod ausheilen. Ich wollte mich mit einer schönen Haut verabschieden."

Ihr Vater verließ die Familie frühzeitig, da auch die Mutter immer wieder unter Depressionen litt und Clementine beginnt ihn zu suchen, da sie endlich erfahren möchte, warum er sich nie meldete.

Ashley Ream beschreibt dieses doch sehr ernste Thema auf solch humorvolle Art und Weise, dass der Tod hier wirklich seinen Schrecken verliert. Gleichzeitig mit der ganzen Organisation ihres Todes beginnt Clementine vieles zu hinterfragen, und versucht ihre letzten Tage, so gut es geht, zu genießen. Sie versöhnt sich mit ihrem Exmann Richard und freundet sich auch mit ihrer Assistentin Jenny mehr und mehr an. Immer wieder kommt es zu den absurdesten Szenen und ich musste stellenweise wirklich Tränen lachen. Dennoch fand ich gerade am Anfang der Geschichte einige Dinge etwas zu ausschweifend beschrieben und hatte das Gefühl, die Tage ziehen sich endlos lange hin. Das gibt sich dann jedoch schlagartig und man fiebert gemeinsam mit Clementine mehr und mehr dem Tag X entgegen. Obwohl Clementine und ich im wahren Leben sicherlich niemals Freunde werden würden, mochte ich sie im Laufe der Geschichte immer mehr und konnte auch gut nachvollziehen, warum sie oftmals so handelt. Umso enttäuschter war ich jedoch dann am Ende, da so viele Fragen offen blieben. Das war für mich irgendwie, als ob einige Seiten beim Druck verloren gingen.

Mein Fazit:


"30 Tage und ein ganzes Leben" ist eine humorvolle Geschichte voller Tragik, Situationskomik und schrägen Charakteren. Am Ende stellt man fest, dass es manchmal ganz gut ist einfach nur das zu tun, worauf man Lust hat. Mir hat dieses Buch trotz einiger Längen sehr gefallen, allerdings ziehe ich einen Punkt ab für das offene Ende.







Freitag, 29. Mai 2015

Halbe Miete: Ein Fall für Lilo Gondorf - Nadja Quint

Autor: Nadja Quint

Verlag: btb Verlag

Seitenzahl: 320

ISBN: 978-3-442-74918-8

Erscheinungsdatum: 14. April 2015

Ebenfalls als eBook erhältlich!

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oder bei: Amazon




Cover:


Mir gefällt das Cover sehr gut, da es maritim und locker wirkt. Durch die Axt, die neben dem Fisch sowie dem Rettungsring hängt, sieht man auf den ersten Blick, dass es sich um einen Krimi handelt.


Erster Satz:


In Gager, einem kleinen Ort im Südosten der Insel Rügen, ging ein älteres Ehepaar auf das Naturschutzgebiet zu.


Inhalt:


Lieselotte, die von allen nur Lilo genannt wird, ist Vermieterin von zwei Bungalows auf der Insel Rügen. Da diese von der Kurverwaltung mit der Höchstzahl an Sternen eingestuft wurden, ist sie beinahe die komplette Saison ausgebucht. Nachdem in der Hauptsaison ein Gast, bei einer Wanderung zu den Klippen, urplötzlich verschwindet, beginnt Lilo gemeinsam mit ihrem Nachbarn Oskar, selbst Nachforschungen anzustellen. Lilo, die einst selbst als Polizistin tätig war, erhält dabei zwar immer wieder einige Infos von ihrer Tochter Verena über den Stand der Ermittlungen, aber eine heiße Spur scheint die Kripo nicht zu verfolgen. Und so beginnt sie gemeinsam mit Oskar, die Feriengäste etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.


Meine Meinung zum Buch:


Da ich ja gerne zwischendurch mal einen Regionalkrimi lese, wollte ich dieses Buch, allein schon wegen des großartigen Covers, unbedingt lesen. Die Geschichte an sich, beginnt eigentlich eher unspektakulär, indem ein Rentner während einer Wanderung von einer Minute auf die andere einfach verschwindet. Seine Frau ist allerdings blind und hat lediglich einige merkwürdige Geräusche vernommen, sodass es anfangs absolut keine Vermutung über den Verbleib des ehemaligen Notars gibt. Niemand weiß, ob er noch lebt bzw. aus welchen Gründen er verschwinden musste.

Die Hauptprotagonistin Lilo ist verwitwet, und wagte nach dem Tod ihres Mannes einen Neuanfang auf Rügen. Sie fühlt sich wohl in ihrer neuen Heimat Groß Zicker und ist ein fester Bestandteil der dörflichen Gemeinschaft geworden. Ihren Nachbarn Oskar mag sie zwar sehr, aber tiefere Gefühle hat sie nicht für ihn und so treffen sie sich öfters zu einem Plausch am Gartenzaun, gestehen sich jedoch gegenseitig ihre Freiräume zu. Ich mochte Lilo sehr gerne, allerdings fand ich sie teilweise einfach übertrieben neugierig. Die Vorstellung, dass die Vermieterin da mehr oder weniger jeden Feriengast genauestens kontrolliert, störte mich da einfach etwas. Auch ihre eher freundschaftliche Beziehung zum Nachbarn konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen, da die beiden in meinen Augen perfekt zusammenpassen. Sie ergänzen sich ganz gut, erzählen sich alles, teilen sich ein Auto und verbringen auch viel Zeit miteinander. Vielleicht ist dazu aber auch in weiteren Bänden mehr geplant.

Was mir besonders gut gefiel, war die Aufmachung des Buches insgesamt. Wenn man das Buch aufschlägt, entdeckt man einen handschriftlichen und sehr ausführlichen Steckbrief über die Protagonistin, danach folgen eine Seite die aussieht wie ein Briefumschlag sowie eine Landkarte von der Insel Rügen. Am Ende findet sich schließlich noch ein kurzes Interview mit Lilo Gondorf.

Die Autorin besitzt einen angenehmen sowie leicht lesbaren Schreibstil und durch die bildhaften Beschreibungen wird einem ein Urlaub auf der Insel Rügen schmackhaft gemacht. Die Grundstimmung des Buches ist eher ruhig und gemächlich angehaucht, wobei die Geschichte meiner Meinung nach stellenweise zu sehr vom eigentlichen Fall abschweift. Gerne hätte ich stattdessen noch mehr über Lilos Line-Dance-Gruppe erfahren sowie einige Bewohner des Ortes. Spannend war die Geschichte dennoch bis zum Ende und die Auflösung kam für mich dann doch sehr überraschend, da ich beim Lesen durchweg andere Täter vermutete.

Mein Fazit:


Ein lesenswerter ruhiger Krimi, der sich gut für zwischendurch eignet oder als Urlaubslektüre. Da ich sehr gerne noch mehr über die Charaktere erfahren würde, würde ich mich über eine Fortsetzung der Reihe freuen.