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Sonntag, 26. Juli 2015

Emma Roth und die fremde Hand - Erika Urban


Autor: Erika Urban

Verlag: Styria Premium

Seitenzahl: 176

ISBN: 978-3222135033

Erscheinungsdatum: 17. Juni 2015

Ebenfalls als eBook erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG

oder bei: Amazon




Cover:


An sich ist das Cover gewöhnungsbedürftig. Vom Cover allein sowie dem Buchtitel hätte ich dieses Buch wahrscheinlich nicht gelesen. Dennoch hat es meine Neugier geweckt und passt zur Geschichte.


Erster Satz:


Die Sonnenstrahlen stachen wie Dolchstöße auf die Köpfe der hechelnden, überstressten Menschen ein, die sich an diesem glühend heißen Samstagmorgen im August über den überfüllten Brunnenmarkt schoben, stets eingezwängt zwischen schwitzenden, stinkenden Körpern, die sich aneinander rieben und stießen wie in einem bizarren Liebesakt.


Inhalt:


Eine wohlhabende Politikerin läuft mit ihrer Tochter an der Hand über den Wiener Brunnenmarkt. Es herrscht dichtes Gedränge, und als sie bemerkt, dass sie nach einem kurzen Ruck ein fremdes Kind an der Hand hält anstatt ihrer Tochter, ist es längst zu spät. Bei der Ermittlerin Emma Roth werden durch den Fall schmerzhafte Erinnerungen wach, so dass sie beginnt unter Hochdruck nach dem Kind zu fahnden, doch das Kind ist wie vom Erdboden verschluckt.


Meine Meinung zum Buch:


Wenn man den Titel des Buches liest sowie lediglich das Cover sieht, erwartet man etwas ganz anderes. Dass es bei dem Roman um eine Kindesentführung geht, wurde mir erst beim Lesen der ersten Seiten bewusst.

Der Lebensstil der  Kommissarin Emma Roth erschien mir am Anfang doch sehr untypisch für eine weibliche Ermittlerin, da er eigentlich eher sämtliche Klischees eines männlichen Kollegen erfüllt. Sie raucht, trinkt viel, zieht nachts durch die Kneipen und Bars und wacht dabei am Morgen danach zu oft neben einem Unbekannten auf. Allerdings erfährt man frühzeitig den Grund für ihr verkorkstes einsames Leben und erkennt, dass sie ein gutes Herz hat. Im Laufe der Ermittlungen an diesem schwierigen Fall macht sie zudem eine Wandlung durch, so dass sie mir mehr und mehr sympathisch wurde.

Der Schreibstil von Erika Urban hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist aus der Sicht eines Erzählers geschrieben und beleuchtet auch gut die Gedanken einiger anderer Protagonisten. Das Buch ist durchgehend spannend geschrieben und ich fand auch, dass die Charaktere weitestgehend gut und realistisch dargestellt sind. Obwohl man im ersten Moment denkt, dass die Geschichte mit 176 Seiten doch recht kurz ist, stellt man schnell fest, dass die Schrift eher klein gehalten wurde und hat auch am Ende nicht das Gefühl, dass es eine typische Kurzgeschichte ist. Das Buch hat zudem eine komplexe Handlung die mich immer wieder überraschen konnte.

Mein Fazit:


„Emma Roth und die fremde Hand“ ist durchweg spannend, und punktet mit interessanten Charakteren sowie Wiener Lokalkolorit. Ich kann diesen Krimi als spannende Unterhaltung nur empfehlen!






Donnerstag, 26. März 2015

Karnische Hochzeit - Reinhard M. Czar




Autor: Reinhard M. Czar

Verlag: Styria Krimi

Seitenzahl: 208

ISBN: 978-3-222-13495-1

Erscheinungsdatum: 25. Februar 2015

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG

oder bei: Amazon




Cover:


Das Cover gefällt mir leider überhaupt nicht und es passt meiner Meinung nach auch nicht so richtig zu diesem Roman. Man sieht im Vordergrund eine Hand mit Pistole und im Hintergrund eine Kirche auf einem Berg. Auf mich wirkt es ein bisschen wie aus einer anderen Zeit und da die Geschichte eher in Richtung Cosy-Krimi geht, finde ich das Cover einfach zu heftig.


Erster Satz:


Der Gestank biss ihm sofort in die Nase.


Inhalt:


Der süditalienische Komissar Claudio Camilieri, der nach Norditalien strafversetzt wurde, möchte im traditionsreichen Kurort Arta Terme, nahe der österreichischen Grenze, heiraten. Es soll jedoch keine einfache Hochzeit werden, sondern eine Doppelhochzeit, bei der gleichzeitig sein Kollege Giuseppe Forza die Assistentin Eleonora ehelicht. Camilieri und seine Braut Lydia sowie Forza und Eleonora lernten sich bei der Klärung des letzten Falls kennen, und nun nach nur zwei Monaten, soll geheiratet werden. Wenige Tage vor der Hochzeit, wird eine Leiche in der Therme gefunden und obwohl die beiden Kriminalbeamten überhaupt nicht zuständig sind für den Fall, beginnen sie neben den Hochzeitsplanungen zu ermitteln.


Meine Meinung zum Buch:


Obwohl mich das Cover des Buches nur wenig ansprach, wollte ich diesen Krimi schon allein wegen des Handlungsortes Italien lesen. Nun, das Buch war nicht das, was ich erwartet hatte, aber dennoch hat es mich gut unterhalten. Es ist ein Krimi, der eher gemächlich erzählt wird und ohne viel Blutvergießen und Action auskommt. Stattdessen lernen wir einen sympathischen Komissar Camilieri und seinen Kollegen Forza, mitsamt seiner leicht schrägen italienischen Familie, kennen.

Die Protagonisten sind eigentlich alle viel zu beschäftigt mit den Hochzeitsvorbereitungen, bei denen ohnehin einiges schief geht, sie sind auch gar nicht für die Aufklärung des Mordfalls zuständig, aber da sie mit die Ersten am Fundort der Leiche sind, möchten sie diesen Fall natürlich auch mit lösen. Sie beginnen, ihre eigenen Ermittlungen anzustellen. Ergänzt werden sie dabei vom Hundeführer, einem guten Kollegen und Freund Camilieries, der beruflich hauptsächlich mit den Polizeispürhunden zu tun hat und eben von allen nur "der Hundeführer" genannt wird.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines Erzählers, der diese aus verschiedenen Sichten beleuchtet. Schwierigkeiten hatte ich jedoch mit den vielen wechselnden Sichtweisen, denn die jeweiligen Abschnitte sind immer relativ kurz gehalten und jedesmal, wenn ich das Gefühl hatte, wieder Anschluss gefunden zu haben, wechselten wieder die Protagonisten sowie die Schauplätze. Auch mit den vielen italienischen Begriffen, welche zwar im Anhang dann teilweise noch übersetzt wurden, hatte ich einige Schwierigkeiten. Es störte einfach den Lesefluss, da ich wirklich mittendrin oft erst zum Ende blättern musste.

Bis zum Ende ist nicht klar, ob die Hochzeit nun stattfinden wird oder nicht und an allen Enden wird improvisiert. Die Kriminalbeamten sehen das jedoch alles etwas weniger eng und ermitteln in aller Ruhe weiter. Ich musste dabei oftmals schmunzeln, da es einfach so typisch italienisch ist und auch Camilieris eher schroffe Art fand ich amüsant.

Mein Fazit:


Ein unterhaltsamer Roman, der bis zum Ende Spannung garantiert. Wer ruhige Krimis mag, wird auch dieses Buch mögen. Ich würde mich sehr über eine Fortsetzung freuen.








Donnerstag, 26. Februar 2015

Postdoc - Gottfried Schatz


Autor: Gottfried Schatz

Verlag: styria premium

Seitenzahl: 240

ISBN: 9783222134869

Erscheinungsdatum: 28. Januar 2015

Ebenfalls als eBook erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG

oder bei: Amazon



"Eine der traurigsten Aufgaben eines Forschers ist die Buchführung über ein gescheitertes Experiment. Sie gleicht der Bestandsaufnahme einer Konkursmasse oder auch dem Eingeständnis des Versagens - und dennoch hat in der Wissenschaft der Misserfolg eines gut durchdachten Experiments das gleiche Gewicht wie der Erfolg. Nicht selten entpuppt sich der "Misserfolg" als ein Fingerzeig Fortunas, die den Weg zu neuen Entdeckungen weist." (Zitat S. 189)


Cover:


Das Cover finde ich sehr passend. Man sieht im Hintergrund die Skyline von New York und im Vordergrund den Umriss eines Gesichts. Es strahlt viel Ruhe und Nachdenklichkeit aus.


Erster Satz:


Der Herbst war nach New York gekommen.


Inhalt:


Der aus Wien stammende Antal von Némethy ist froh, dass er an einer renommierten New Yorker Forschungseinrichtung einen Laborplatz sowie ein großzügiges Stipendium erhält. Er möchte dort gemeinsam mit dem Krebsforscher Alexander Cherascu an der Weiterentwicklung eines Krebsmedikaments arbeiten. Nachdem er jedoch mit seinen Experimenten nicht mehr weiter weiß, fragt er seine Kollegin Ilona um Rat, verliebt sich in sie und erfährt dabei brisante Details aus der Vergangenheit seines Vorgesetzten. Gleichzeitig kämpft er mit den Nachwirkungen seiner eigenen Vergangenheit. Als Ilona wenig später Selbstmord begeht, versucht Antal die Gründe für ihr Handeln zu verstehen und deckt dabei einen großen Verrat auf.


Meine Meinung zum Buch:


Gottfried Schatz war mir ehrlich gesagt, bisher weder als Autor noch als Wissenschaftler ein Begriff. Ich bin daher ohne große Erwartungen oder Vorbehalte an das Buch herangegangen. Umso mehr war ich am Ende überrascht, wie gut mir diese Geschichte und der Erzählstil gefallen haben. Man merkt relativ schnell, dass der Autor über sehr viele Kenntnisse im Bereich der Wissenschaft verfügt, aber auch als Laie ist es mir nach einigen Anlaufschwierigkeiten gut gelungen, mich in die Thematik hineinzufinden und Antals Sorgen und Nöte zu verstehen.

Antal von Némethy hat sich nie viele Gedanken über seine Herkunft gemacht, auch nicht als er von Schulkameraden beschimpft und verprügelt wurde und sein Vater ihn eher beschwichtigte, anstatt es ihm zu erklären. Erst viele Jahre später beginnt er, nach der Ankunft in New York, die Notizen seines Vaters zu lesen und sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen. Als sein Vater wenig später stirbt, muss er sich schließlich um dessen Firma für Plastikprodukte in Österreich kümmern, während in New York seine Experimente für das Krebsmedikament missglücken und Mitarbeiter des Labors von einer neuen rätselhaften Krankheit (die später als Aids bekannt wird) heimgesucht wird. Antal beginnt mehr und mehr seine Fähigkeiten als Wissenschaftler anzuzweifeln.

Der Schreibstil ist anspruchsvoll und man sollte sich von dem Buch auch nicht zu viel Spannung erwarten. Der Fokus liegt mehr auf den unterschiedlichen Charakteren und der Einführung des Lesers in die Thematik der Wissenschaft sowie der geschichtlichen Vergangenheit Österreichs, Ungarns und der Slowakei. Sehr gelungen fand ich dabei die bildhaften Beschreibungen der Schauplätze, die Antal während seiner Reisen besucht.

Im Anhang ist ein kleines Verzeichnis über verwendete ausländische Bezeichnungen sowie Redewendungen zu finden, allerdings musste ich dennoch viele Wörter nachschlagen, da diese im Anhang nicht enthalten waren.

Mein Fazit:


Insgesamt gesehen ein lehrreiches und gut lesbares Buch, für all jene, die sich für die  Wissenschaft bzw. Geschichte Mitteleuropas begeistern können, ohne auf einen packenden Roman über Liebe, Freundschaft und Visionen verzichten zu müssen.