Montag, 21. März 2016

Spreewaldgrab - Christiane Dieckerhoff


Autor: Christiane Dieckerhoff

Verlag: Ullstein Taschenbuch

Seitenzahl: 352

ISBN: 9783548287607

Erscheinungsdatum: 15. Januar 2016

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Ullstein Buchverlage

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Cover:


Die düstere Stimmung des Covers hat mich sofort angesprochen. Es passt sehr gut zu der vorherrschenden Atmosphäre des Buches und machte mich neugierig auf die Geschichte.


Erste Sätze:


Grelles Licht. Bleilider. Ein Wasserfleck. Erinnerungen: Der italienische Stiefel. Treppe. Telefon. Die Frau schluckt. Galle steigt ihr in die Kehle.


Inhalt:


Nach der Trennung von ihrem Freund, der gleichzeitig ihr Vorgesetzter war, lässt sich die Polizistin Klaudia Wagner vom Ruhrgebiet in den Spreewald versetzen. Während ihr die neuen Kollegen sowie der Chef mit viel Skepsis begegnen, versucht sie sich hauptsächlich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Sie ermittelt im Fall eines toten Unternehmers, muss sich um eine verschwundene Geliebte kümmern und schließlich wird noch ein mumifiziertes Skelett einer jungen Frau gefunden. Über ihr Privatleben versucht sie den neuen Kollegen so wenig wie nötig mitzuteilen, doch schon bald hat sie das Gefühl unter ständiger Beobachtung zu stehen und wird gemobbt.


Meine Meinung zum Buch:


Das Buch klang für mich auf Anhieb sehr vielversprechend, da alleine der Spreewald als Handlungsort, eine ganz eigene Atmosphäre besitzt, die zugleich geheimnisvoll und düster wirkt, aber eben auch sehr provinziell.

Klaudia Wagner lässt sich auf eigenen Wunsch in den Spreewald versetzen, nachdem sie ihren Freund mit einer anderen Frau erwischte. Das Verhältnis zu ihren neuen Kollegen sowie ihrem Chef ist von Beginn an recht angespannt, zumal sie auch nichts über ihre Vergangenheit und den Grund ihrer Versetzung erzählen möchte. Als sie dann auch noch gemobbt wird, und in die Privatangelegenheiten der Kollegen verstrickt wird, fühlt sie sich immer mehr fehl am Platz und weiß nicht, wem sie noch vertrauen kann.

Auf mich machte die Hauptprotagonistin einen toughen Eindruck, allerdings konnte ich nicht so ganz nachvollziehen, warum sie so wenig über ihr Privatleben und den Grund ihrer Versetzung, der ja nun nicht unbedingt katastrophal erscheint, preisgibt. Von daher war es für mich nur allzu verständlich, dass ihr die Kollegen ebenso distanziert begegnen. Zusätzlich hat sie gesundheitliche Probleme, denn sie leidet unter Tinnitus. Gerne hätte ich hier mehr über den Auslöser der Erkrankung erfahren, der jedoch nur ganz kurz anfangs angeschnitten wurde. Man erfährt zwar einiges über die Alkoholsucht der Mutter und das schwierige Verhältnis zu ihrem Vater, aber über die Beziehung zu ihrem ehemaligen Vorgesetzten und ihre Erkrankung blieb am Ende vieles im Dunkeln.

Womit ich mich auch sehr schwer tat, waren die kurzen Kapitel, die in die Geschichte eingebaut wurden, in denen es um eine Frau geht, die in einem Keller gefangen ist und sich weder an ihren Namen noch ihre Vergangenheit erinnern kann. Diese hört immer wieder singende Kinderstimmen in ihrem Kopf und fühlt sich regelrecht tyrannisiert von diesen. Am Ende wurde zwar klar, was es mit dieser Frau auf sich hatte, aber ich fand diese ständigen Unterbrechungen eher störend und kam erst, als diese weniger wurden, richtig in die Geschichte rein.

Die schöne Umgebung des Spreewaldes sowie die besondere Atmosphäre hat die Autorin wunderbar bildhaft wiedergegeben und ich hatte sofort die wundervollen Häuser, die einem auf einer Bootsfahrt durch den Spreewald begegnen, vor Augen. Allerdings hätte man meiner Meinung nach noch etwas mehr über die sorbischen Traditionen, die diese Gegend so besonders machen, erwähnen können. Der eigentliche Mordfall sowie die Ermittlungen an sich geraten bei diesem Krimi eher etwas nebensächlich, was ich aber nicht als störend empfand und ich denke, dass die vielen privaten Probleme, die Klaudia und ihre Kollegen zu schaffen machen, viel Stoff für weitere Spreewald-Krimis liefern können.

Mein Fazit:


Auch wenn mich dieser Krimi erst im letzten Drittel überzeugen konnte, so fand ich ihn doch lesenswert. Die interessanten Charaktere sowie der Handlungsort lassen viel Spielraum für weitere Kriminalfälle mit der Polizistin Klaudia Wagner und ich würde mich über eine Fortsetzung auf jeden Fall freuen.





Kommentare:

  1. Moin Diana,
    schöne Rezi. :-) Ich behalte das Buch im Auge.
    LG, loralee

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    1. Hallo :)

      Das freut mich, zumal du ja die Kulisse eher unheimlich fandest ;)

      Liebe Grüße
      Diana

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  2. Hallo Diana,

    wieder eine schöne und vor allem ehrliche Rezi von Dir.
    Kannte das Buch noch nicht. Das Cover finde ich klasse!

    Liebe Grüße,
    Tanja

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