Samstag, 15. November 2014

Commissario Pavarotti küsst im Schlaf - Elisabeth Florin

Bildquelle: Emons Verlag

   Autor: Elisabeth Florin

   Verlag: Emons Verlag GmbH

   Seitenzahl: 400

   ISBN: 978-3-95451-439-7

   Erscheinungsdatum: 07. Oktober 2014

   Ebenfalls als eBook erhältlich!

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"Was wir tun, ist nicht so wichtig. Wichtig ist das Wann. Das gilt für unsere Liebeserklärungen und für unsere Bosheiten gleichermaßen." (S. 357)



Cover:


Mir gefällt das Cover sehr gut und es passt zur Geschichte. Man sieht ein Fenster, das leicht vom Efeu und Wein zugewuchert ist und erkennt nicht, was dahinter vor sich geht. Es wirkt geheimnisvoll.



Erster Satz:


Er saß auf dem Bett des Toten und lächelte.



Inhalt:


Commissario Luciano Pavarotti wird zum Fundort einer Leiche im Garten einer psychiatrischen Klinik gerufen. Der Tote war Chefingenieur eines italienischen Kreuzfahrtschiffs und bei seiner letzten Fahrt musste etwas Schwerwiegendes passiert sein. Er hatte sich selber in die Klinik begeben und offenbar hatte sich sein Gesundheitszustand innerhalb kürzester Zeit dramatisch verschlechtert. Pavarotti und Sergente Emmenegger stehen jedoch vor einem Rätsel, denn der Tote hatte weder Freunde noch Familienangehörige und die Befragung der anderen Patienten in der Klinik ist nahezu unmöglich. Da Pavarotti auch private Probleme mit seinem Pflegekind Justus hat, lässt er schließlich seine Bekannte, Lissie von Spiegel, aus Deutschland beordern, die ihm bereits im letzten Fall eine große Hilfe war.



Meine Meinung zum Buch:


"Commissario Pavarotti küsst im Schlaf" ist bereits der zweite Roman mit dem Ermittler Pavarotti und obwohl ich den ersten Roman nicht kannte, war ich sofort mittendrin in der Geschichte. Die familiären Zustände waren mir am Anfang etwas schleierhaft, aber durch kurze Rückblenden während der Geschichte wurde Vieles nach und nach verständlich. 

Luciano Pavarotti ist ein zurückhaltender und teilweise recht unsicherer Mensch. Seine Unsicherheit versucht er oftmals zu überspielen, indem er seinem Gegenüber teilweise sehr ruppig gegenüber tritt. Dennoch war er mir auf Anhieb sympathisch und ich hätte gerne noch mehr über seine Vergangenheit erfahren, aber vielleicht steht das ja bereits im ersten Buch. Er kann aber auch ganz anders sein und kümmert sich rührend um sein Pflegekind Justus, ein Teenager den er bei sich aufnahm, nachdem dessen Oma sich das Leben nahm. Der Junge macht es ihm jedoch sehr schwer und nachdem Pavarotti in dessen Hosentasche ein weißes Pulver-Tütchen findet, weiß er nicht wie er reagieren soll. Außerdem vermisst er Lissie, mit ihrer erfrischenden Art, auch wenn zwischen ihnen bisher nichts war.

Lissie, die inzwischen versucht in Deutschland Fuß zu fassen, lässt sofort alles stehen und liegen. Da sie in Deutschland ohnehin noch keinen Job gefunden hat und nicht weiß, wohin sie mit dem großen Hund "Spock" soll, kehrt zurück, da auch sie sich sehr um Justus sorgt und weiß, wie wenig Zeit Pavarotti hat während seiner Ermittlungen. Lissie mochte ich fast noch ein bisschen mehr, als Luciano. Sie wirkt sehr zerbrechlich und hatte wie Pavarotti auch, eine schwierige Vergangenheit, aber dennoch strahlt sie sehr viel Lebensfreude aus, ist frech, klug und mutig. Meiner Meinung nach, waren ihre Ermittlungen in diesem Mordfall beinahe hilfreicher, als die des Kommissars. Sie ist es auch, die für Justus eine familiäre Atmosphäre schafft und ihn zum Reden bringt. Die Beziehung zwischen Lissie und Pavarotti ist kompliziert und auch wenn die Beiden sich sehr mögen, können sie damit weder umgehen noch es dem Anderen zeigen.


"Sie waren viel zu verschieden. Lissie hatte mehr Drama in ihrem Leben, als sie vertragen konnte. Pavarotti hatte den Fernseher." (S. 280)

Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Lissie und Luciano erzählt und im Laufe der Geschichte, finden sich immer wieder Gesprächsprotokolle mit dem Psychologen Dr. Sigmund Frahm. Mit diesen konnte ich anfangs nur wenig anfangen, da man weder erfährt, mit wem er die Gespräche führt noch mit den Namen etwas anfangen kann. Es ist beinahe, als ob sie eine separate Geschichte erzählen und dennoch sind sie unmittelbar mit dem Fall verbunden und ergeben am Ende einen Sinn.

Der Schreibstil ist unglaublich spannend und flüssig und oftmals hat man das Gefühl, ein Rätsel wird gelöst und 2 weitere tun sich auf. Besonders gefallen haben mir am Anfang die mundartlichen Szenen und davon hätte es gerne mehr geben können. Der Leser erfährt während des Lesens auch sehr viel über die Südtiroler Gegend und deren Geschichte. Bisher hatte ich mich leider mit diesem Gebiet viel zu wenig beschäftigt und fand das sehr lehrreich beschrieben. 

Das Ende lässt auf jeden Fall Raum für eine Fortsetzung und vielleicht habe ich es ja bis dahin auch geschafft, den ersten Roman zu lesen.


Mein Fazit:


Ein großartiger Krimi, mit viel Hintergrundwissen über Südtirol, der spannend und rätselhaft bis zum Ende ist. Die liebenswerten Charaktere runden das Ganze perfekt ab und machen Lust auf mehr Geschichten mit diesem Ermittler-Team. 





                                                            ★ ★ ★ ★ 


Die Reihe:

Teil 1 - Commissario Pavarotti trifft keinen Ton
Teil 2 - Commissario Pavarotti küsst im Schlaf

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