Freitag, 29. April 2016

Tod in der Provence: Ein Fall für Albin Leclerc - Pierre Lagrange


Autor: Pierre Lagrange

Verlag: FISCHER Scherz

Seitenzahl: 448

ISBN: 978-3651025127

Erscheinungsdatum: 22. März 2016

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: S. Fischer Verlage

oder bei: Amazon



Cover:


Das Cover sieht einfach toll aus und hat mich sofort neugierig gemacht. Man sieht darauf einen Platz mit einem Brunnen sowie einige Häuser, an denen Kletterpflanzen emporranken. Dazwischen führt eine schmale Gasse entlang. Der dunkle Himmel lässt das Ganze bedrohlich wirken.


Erster Satz:


Der Mann stand inmitten des Gewölbes und breitete die Arme aus.


Inhalt:


Albin Leclerc, Kommissar im Ruhestand, wird sofort hellhörig, als er während seiner täglichen Runde, die er gemeinsam mit dem Mops Tyson dreht, erfährt, dass eine tote Frau mit roten Haaren gefunden wurde. Sofort erinnert er sich an die ungelösten Vermisstenfälle, in denen auch stets rothaarige Frauen verschwanden. Die Fälle haben ihn nie losgelassen und er beginnt auf seine ganz eigene Art die Spur zum Täter zu verfolgen. Zur selben Zeit trifft das Hamburger Ehepaar Hanna und Niklas in Südfrankreich ein und plant, das geerbte Chateau in ein Hotel umzubauen. Doch in der Ehe kriselt es seit langem und als Commissaire Leclerc klar wird, dass auch Hanna wegen ihrer roten Haare in Gefahr schwebt, beginnt er sich Sorgen zu machen und sucht den Kontakt zu dem Ehepaar.


Meine Meinung zum Buch:


Tod in der Provence ist der Auftakt einer Reihe, mit dem sympathischen Comissaire Leclerc und seinem Mops Tyson. Der Krimi, der hier unter einem Pseudonym von einem Autor veröffentlicht wurde, der bereits mehrere Krimis sowie Thriller geschrieben hat, konnte mich bereits auf den ersten Seiten fesseln.

Die Geschichte wird abwechselnd in verschiedenen Handlungssträngen erzählt, und man erlebt diesen Krimi vordergründig aus der Sicht der Ehefrau Hanna Streuben sowie dem Kommissar Leclerc, aber auch aus der Sicht der Opfer sowie einiger Nebencharaktere, sodass mich das teilweise richtig aufwühlte und ich versuchte, die Bilder aus meinem Kopf zu bekommen.

Albin Leclerc ist ein liebenswürdiger älterer Mann, der gegen die Einsamkeit in seinen vier Wänden ankämpft und deshalb viele ausgedehnte Spaziergänge mit seinem Hund, den ihm die Kollegen zum Abschied schenkten, macht. Essen tut er meistens auswärts und so erfährt er auch ständig alle Neuigkeiten als einer der ersten. Die Blumenhändlerin Véronique, die er nach einigem Zögern, zum Essen einlädt, schafft es schließlich, ihn aus seinem festgefahrenen Alltag zu befreien und so erfährt man stückchenweise auch viele private Dinge über Albin und seine Vergangenheit. Seine gerissene Art und Weise an polizeiinterne Ermittlungsergebnisse zu kommen fand ich herrlich. Er ist zudem wachsam und achtet auf jeden kleinsten Hinweis, weshalb er seinen Kollegen letztenendes auch immer einen Schritt voraus ist.

Hanna Streuben erhofft sich durch den Umzug nach Südfrankreich endlich mehr Zeit mit ihrem gestressten Ehemann. Sie malt gerne und träumte schon immer von einem eigenen Hotel in Südfrankreich. Niklas wuchs dort bei seinem Onkel auf, hatte aber lange Zeit keinen Kontakt mehr zu ihm. Das große Chateau, das er erbt bietet sich geradezu an für Feriengäste. Während Hanna sich die meiste Zeit um die gemeinsame Tochter kümmert, vergräbt sich Niklas allerdings auch in Südfrankreich hinter der vielen anfallenden Arbeit und es kommt immer wieder zum Streit. So richtig warm wurde ich mit der Protagonistin leider nicht, da ich einige ihrer Handlungen nur schwer nachvollziehen konnte. Ich kann nicht sagen, dass ich sie unsympathisch fand, aber sie blieb mir eben fremd und distanziert.

Dem Autor gelingt es durch seinen bildhaften Schreibstil sowohl die wundervolle Kulisse Südfrankreichs als auch die Bedrohung durch den Serienmörder gekonnt darzustellen. Es gibt dennoch genügend Stellen, in denen man über amüsante Bemerkungen zur aktuellen Politik Frankreichs sowie Albins Frotzeleien gegenüber seiner ehemaligen Kollegen schmunzeln muss. Das einzige, was meine Lesefreude etwas trübte, waren die vielen geschichtlichen Hintergründe, die in diesem Fall zwar wichtig erscheinen, aber ich fand es stellenweise sehr ermüdend und langatmig beschrieben. Darüber kann ich allerdings ganz gut hinwegsehen und in einer ruhigen Minute würde ich auch gerne in Ruhe nochmal das ein oder andere über den Lyriker Petrarca, der in dieser Geschichte eine große Rolle spielt, nachlesen.

Mein Fazit:


Trotz kleiner Schwächen konnte mich "Tod in der Provence" überzeugen und ich bin gespannt auf die weiteren Fälle mit Albin Leclerc. Ab und zu war es etwas langatmig.... aber die Spannung hielt sich bis zum Schluss. Von mir gibt es dafür gute vier Sterne.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen