Samstag, 19. Dezember 2015

Das barmherzige Fallbeil - Fred Vargas


Autor: Fred Vargas

Verlag: Limes

Seitenzahl: 513

ISBN: 978-3-8090-2659-4

Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2015

Ebenfalls als eBook erhältlich!

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"Adamsberg legte vorsichtig seine Gabel hin wie immer, wenn eine Idee, die noch keine war, der Embryo einer Idee, eine Kaulquappe, träge an die Oberfläche seines Bewusstseins stieg. In solchen Augenblicken, das wusste er, durfte er keinerlei Geräusch machen, sonst würde die Kaulquappe sofort wieder abtauchen und für immer verschwinden." (Zitat S. 266/267)


Cover:


Das Cover war ausschlaggebend dafür, dass ich dieses Buch überhaupt erst lesen wollte, und hat mich sofort angesprochen. Es passt zu dieser aufregenden Geschichte und wirkt sehr geheimnisvoll.


Erster Satz:


Nur noch zwanzig Meter, zwanzig kleine Meter bis zum Briefkasten, sie hatte es sich leichter vorgestellt.


Inhalt:


Eine Mathematiklehrerin, die wenige Tage zuvor einen wichtigen Brief versenden wollte, wird tot in der Badewanne gefunden. Zunächst sieht alles wie ein Selbstmord aus, doch dann findet sich ein mit Kajalstift gemaltes Zeichen, das beinahe aussieht wie ein Fallbeil. Nur wenige Tage später wird der Empfänger des Briefes ausgemacht. Es ist der wohlhabende Amédée, dessen Vater wenige Tage zuvor starb, und auch bei diesem vermeintlichen Selbstmord findet sich das gleiche Zeichen. Eine Verbindung der beiden Toten ist schnell hergestellt, doch das Unglück, das sich viele Jahre zuvor während einer Island-Reise ereignete, ist längst verjährt und es müssen weitere Menschen sterben, bis Kommissar Adamsberg und sein Team weitere Verdächtige ausmachen, in einer geheimen Verbindung, die sich der französischen Geschichte und insbesondere dem ehemaligen französischen Rechtsanwalt und Politiker Robespierre verschrieben haben. Adamsberg weiß nicht, in welche Richtung er ermitteln soll und hat das Gefühl, dass sämtliche Verdächtigen ihm etwas Schwerwiegendes verheimlichen.


Meine Meinung zum Buch:


"Das barmherzige Fallbeil" war mein erster Roman von Fred Vargas, und ich muss gestehen, dass ich den Romanen dieser Autorin bisher viel zu wenig Beachtung geschenkt habe. Mir war auch vor dem Lesen nicht bewusst, dass es bereits so viele Bände dieser Krimi-Reihe gibt. Dennoch hatte ich keinerlei Schwierigkeiten mit den vielen Charakteren und kam sehr gut rein in dieses großartige Ermittler-Team bzw. in die Reihe.

An Kommissar Adamsberg fand ich sofort Gefallen, denn er erinnerte mich unheimlich an den Ermittler Wallander, der ebenfalls sehr viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, und der zwar sehr selbstbewusst daher kommt, aber sich nie in den Vordergrund drängen würde. Adamsberg lebt gemeinsam mit seinem erwachsenen Sohn in einer Wohnung, und raucht am liebsten die selbst gedrehten Zigaretten seines Sohnes Zerk. Wenn es seine freie Zeit zulässt, dann trifft er sich nach Feierabend in seinem kleinen Garten mit dem Nachbarn Lucio, der ihm stets weise und hilfreiche Ratschläge erteilt. Der Kommissar ist sehr naturverbunden und verlässt sich oftmals nur auf seinen Instikt, der ihn dann jedes Mal ein großes Stück voran bringt.

Was den Inhalt dieses Kriminalfalls betrifft, war ich absolut unvorbereitet, denn ich hatte den Klappentext lediglich überflogen und dachte: Krimi, Frankreich & grandioses Cover - das passt! Allerdings hatte ich den gesamten Inhalt wirklich unterschätzt, denn ich benötigte wesentlich mehr Zeit als gewöhnlich für dieses Buch, weil es einfach so viel Geschichtliches enthält und ich das gesamte Thema "Französische Revolution" unglaublich interessant fand, mehr wissen wollte und mich nebenbei auch viel mit dieser Zeit beschäftigt habe. Zugleich war dieser Krimi sehr spannend und abwechslungsreich geschrieben, sodass auf keiner der über 500 Seiten Langeweile aufkam.

Irgendwie habe ich ja das Gefühl, diese komplette Epoche während des Geschichtsunterrichts verschlafen zu haben, sodass mir zwar viele Namen bekannt vorkamen, aber die genaueren Hintergründe dieser Zeit während der französischen Revolution waren mir bisher eher unbekannt. Dennoch fand ich dieses Thema sehr interessant und möchte unbedingt mehr darüber wissen.

Ich weiß nicht, inwieweit dieser Roman der Wahrheit bezüglich der französischen Geschichte entspricht, aber es ist ein großartiger und gelungener Krimi, der sich spannend und zugleich humorvoll liest. Außerdem wartet er mit einem Ermittler-Team auf, das so viele verschiedene und zum Teil schräge Charaktere aufweist, sodass man sofort Lust bekommt auf die weiteren Bände.

Mein Fazit:


"Das barmherzige Fallbeil" ist ein fesselnder Krimi, der sich spannend und lehrreich liest, ohne dabei langweilig zu werden. Mich hat mit diesem Buch die VARGAS-Leidenschaft gepackt, und ich möchte unbedingt die bereits erschienen Bände nachträglich noch lesen.

Ich bedanke mich bei Blogg dein Buch und dem Limes Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.





Die Reihe:

1. Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord
2. Bei Einbruch der Nacht
3. Das Zeichen des Widders
4. Fliehe weit und schnell
5. Die schwarzen Wasser der Seine
6. Der vierzehnte Stein
7. Die dritte Jungfrau
8. Der verbotene Ort
9. Die Nacht des Zorns
10. Das barmherzige Fallbeil

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