Dienstag, 21. Juli 2015

30 Tage und ein ganzes Leben - Ashley Ream


Autor: Ashley Ream

Verlag: btb Verlag

Seitenzahl: 416

ISBN: 978-3-442-74611-8

Erscheinungsdatum: 11. Mai 2015

Ebenfalls als eBook erhältlich!

zu kaufen bei: Verlagsgruppe Random House

oder bei: Amazon




Cover:


Das Cover hat mir auf Anhieb gefallen. Man sieht darauf die Silhouette einer Frau, die die Schuhe in der Hand trägt, und auf einem Felsvorsprung steht. Etwas weiter unten steht eine Katze auf einem Felsen. Ich finde das Cover sowie die heitere Farbauswahl passen sehr gut zur Geschichte.


Erster Satz:


Ich warf die Teekanne aus dem Fenster.


Inhalt:


Clementine, die seit Jahren unter schweren Depressionen leidet, beschließt zu sterben, da weder Therapien noch Medikamente die erhoffte Wirkung erbrachten. Sie feuert kurzerhand ihren Psychiater sowie ihre Assistentin und plant ihr Ableben. Innerhalb von 30 Tagen möchte sie alles geregelt haben, plant ihre eigene Beerdigung und versucht eine neue Unterkunft für den Kater Chuckles zu finden, denn schließlich möchte sie kein Chaos hinterlassen. Gleichzeitig beginnt sie endlich das zu tun, was sie schon immer tun wollte und nicht das, was andere von ihr erwarten.


Meine Meinung zum Buch:


Nachdem ich durch eine Leseprobe auf dieses Buch aufmerksam wurde, wollte ich den Roman unbedingt lesen. Mir gefiel der Schreibstil sofort und ich mag so außergewöhnliche Charaktere, wie es auch bei der Hauptprotagonistin Clementine der Fall ist, unglaublich gern.

Clementine ist eine erfolgreiche Malerin und lebt gemeinsam mit ihrem Kater Chuckles in Los Angeles. Sie hat jahrelange Therapien hinter sich, da sie bereits in ihrer Kindheit den Tod der Mutter sowie ihrer Schwester verarbeiten musste. Immer wieder leidet sie unter Panikattacken und auch ihre Ehe zerbrach irgendwann daran. Als sie schließlich beschließt zu sterben, möchte sie vor ihrem Tod alles Nötige geregelt wissen und plant ihr eigenes Ableben bis ins kleinste Detail. Ich mochte Clementine auf Anhieb, da sie mich mit ihrem Sarkasmus ständig zum Lachen brachte und ich musste oftmals schmunzeln, mit welchen Gedanken sie sich umgibt, während sie ihren Tod plant. Da fällt ihr zum Beispiel auf, dass die Milch länger haltbar ist, als sie noch am Leben ist oder ein anderes Mal entdeckt sie einen Pickel und möchte doch eigentlich gut aussehen, wenn sie gefunden wird.

"Als ich damit fertig war, wusch ich mein Gesicht und überlegte, ob ich einen Pickel ausdrücken sollte, der noch nicht reif war, entschied mich dann aber dagegen. Womöglich würde er nicht rechtzeitig bis zu meinem Tod ausheilen. Ich wollte mich mit einer schönen Haut verabschieden."

Ihr Vater verließ die Familie frühzeitig, da auch die Mutter immer wieder unter Depressionen litt und Clementine beginnt ihn zu suchen, da sie endlich erfahren möchte, warum er sich nie meldete.

Ashley Ream beschreibt dieses doch sehr ernste Thema auf solch humorvolle Art und Weise, dass der Tod hier wirklich seinen Schrecken verliert. Gleichzeitig mit der ganzen Organisation ihres Todes beginnt Clementine vieles zu hinterfragen, und versucht ihre letzten Tage, so gut es geht, zu genießen. Sie versöhnt sich mit ihrem Exmann Richard und freundet sich auch mit ihrer Assistentin Jenny mehr und mehr an. Immer wieder kommt es zu den absurdesten Szenen und ich musste stellenweise wirklich Tränen lachen. Dennoch fand ich gerade am Anfang der Geschichte einige Dinge etwas zu ausschweifend beschrieben und hatte das Gefühl, die Tage ziehen sich endlos lange hin. Das gibt sich dann jedoch schlagartig und man fiebert gemeinsam mit Clementine mehr und mehr dem Tag X entgegen. Obwohl Clementine und ich im wahren Leben sicherlich niemals Freunde werden würden, mochte ich sie im Laufe der Geschichte immer mehr und konnte auch gut nachvollziehen, warum sie oftmals so handelt. Umso enttäuschter war ich jedoch dann am Ende, da so viele Fragen offen blieben. Das war für mich irgendwie, als ob einige Seiten beim Druck verloren gingen.

Mein Fazit:


"30 Tage und ein ganzes Leben" ist eine humorvolle Geschichte voller Tragik, Situationskomik und schrägen Charakteren. Am Ende stellt man fest, dass es manchmal ganz gut ist einfach nur das zu tun, worauf man Lust hat. Mir hat dieses Buch trotz einiger Längen sehr gefallen, allerdings ziehe ich einen Punkt ab für das offene Ende.







Kommentare:

  1. Diana, bitte verzeih, dass ich erst heute und jetzt vorbeikomme, um deine Rezension zu lesen. Ich hatte es nicht vergessen, nur einfach bisher keine Zeit, da viel zu machen war, was Priorität hatte. Jetzt bin ich aber da ...^^

    Außergewöhnliche Charaktere finde ich ja auch immer sehr interessant, skurril und abgedreht finde ich sogar richtig cool. Es gibt aber auch Charaktere, die außergewöhnlich ... nervig sind. ;-P War Clementine aber nicht, oder? Wie hat Clementine denn ihren Tod geplant, bzw. wodurch?
    Spannend, was man sich so für Gedanken macht, wenn man weiß, dass man bald nicht mehr am Leben sein wird ...
    Hm, ich weiß nicht, ob ich das gut finden soll, ein so ernstes Thema wie die Planung des eigenen Todes und Depressionen und dergleichen, mit Humor rüberzubringen. Ob das nicht eher unangebracht ist? Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade solche Menschen, die selbst einmal in so einer Lebenskrise gesteckt haben oder immer noch stecken, nicht sehr lustig und somit auch nicht gut gelungen finden werden, auf welche Weise die Thematik in dem Buch dargestellt wird.
    Vielleicht bedeutet dieses offene Ende einen Fortsetzungsroman, vielleicht hat sich der Autor damit einfach "ein Türchen offen gelassen"? ;)

    Alles Liebe ♥ und danke für deine Rezension - man kann sich dadurch ein gutes Bild von dem Buch machen.

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    1. Ich fand Clementine nicht nervig, sondern einfach schräg, vorlaut und cool. Allerdings weiß ich auch von einigen Rezensionen, in denen sie als unsympathisch, abstoßend, etc. empfunden wurde. Ich denke mal, das diejenigen, die gerne über außergewöhnliche oder sonderbare Menschen lesen, das Buch gut finden und andere wiederum, können damit weniger anfangen.

      Clementine möchte sich ein Betäubungsmittel für Pferde spritzen und plant das alles sehr genau. Ich weiß nun nicht, wie Menschen, die selber in einer Lebenskrise stecken oder unter Depressionen leiden, auf den skurrilen Humor reagieren, da ich selber nie in so einer Situation war, aber die Grundidee des Buches besteht auch eher darin, dass Clementine in diesen letzten Tagen beginnt zu leben. Sie macht nur noch das, was sie will und plötzlich ist es ihr egal, was andere von ihr denken und sie versucht Frieden zu schließen mit ihrer Vergangenheit.

      Eine Fortsetzung könnte ich mir persönlich nicht vorstellen, aber irgendwie so ein kurzer Nachsatz oder ein Epilog wäre schön gewesen. Nun bleibt es jedem selbst überlassen, wie die Geschichte enden könnte.

      Liebe Grüße
      Diana

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  2. Hallo

    Ich fand das Buch klasse. Ich war mir zwar nicht sicher, ob man mit einer Depression soviel planen kann, aber die Protagonistin Clementine konnte mich überzeugen. Vielleicht können es depressive Menschen verstehen ... oder das Buch macht sie regelrecht fertig. Wenn man selbst nicht betroffen ist, lässt sich das schlecht sagen.
    Eine tolle Rezension!
    Dein Blog gefällt mir. Ich bleibe gleich mal als Follower. Über einen Besuch von dir würde ich mich freuen.

    Liebe Grüße, Gisela

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    1. Danke für deinen lieben Kommentar Gisela :) Ich habe mich beim Verfassen der Rezension auch oft gefragt, wie dieses Buch auf betroffene Personen wirken mag und denke, dass es eben vordergründig darum geht, wie die Protagonistin die letzten Tage verbringt und sich dadurch positiv verändert.

      Liebe Grüße
      Diana

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