Mittwoch, 13. Mai 2015

Der Sommer, in dem es zu schneien begann - Lucy Clarke

Autor: Lucy Clarke

Verlag: Piper

Seitenzahl: 400

ISBN: 978-3-492-06012-7

Erscheinungsdatum: 13. April 2015

Ebenfalls als eBook erhältlich!

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"Das hatte sie über die Trauer mittlerweile gelernt: Es gibt kein verlässliches Muster, und es wird auch nicht schrittweise besser. Die Trauer verändert sich vollkommen willkürlich. Sie wächst und schrumpft in Wellen und überfällt einen ständig aus dem Hinterhalt." (Seite 106)



Cover:


Das Cover hat mich direkt angesprochen. Es strahlt eine sommerliche Atmosphäre aus und gemeinsam mit dem Buchtitel machte es mich sofort neugierig auf die Geschichte. Toll fand ich auch, dass sich die Wellen über den Seitenrand hinweg fortsetzten.

Erster Satz:


Jackson zieht sich die Mütze über die Ohren und wirft noch einen Blick auf Eva, die sich im Bett zusammengerollt hat, die Bettdecke unter das Kinn gestopft.


Inhalt:


Nur wenige Monate nach der Hochzeit verliert Eva ihren Ehemann Jackson durch ein tragisches Unglück. Er rutschte beim Angeln von den Klippen und stürzte ins kalte Meer. Eva braucht daraufhin eine Auszeit und kann ihren Beruf als Hebamme erst mal nicht ausüben, da sie mit dem Schmerz nicht fertig wird. Sie beschließt, seine Familie in Tasmanien zu besuchen, den nur dort gibt es Menschen, die ihn richtig gut kannten und ihren Schmerz teilen können, glaubt sie. Allerdings kommt sehr schnell die Ernüchterung als sie Jacksons Vater sowie seinen Bruder kennenlernt. Sie ist alles andere als willkommen und erhält nur spärliche Informationen über ihren Ehemann und irgendwann stellt sie fest, dass sie Jackson eigentlich kaum kannte.


Meine Meinung zum Buch:


"Der Sommer, in dem es zu schneien begann" ist ein Buch, dass ich innerhalb von zwei Tagen gelesen hatte und das mich stellenweise wirklich sprachlos machte. Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll, da meine Gefühle beim Lesen auch Stunden später immer noch Achterbahn fahren.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog von Jackson, der wenig später von den Klippen stürzt und kurze Zeit später lernt man Eva kennen, die ihrem Ehemann gerade eine Kanne Kaffee bringen wollte. Eva war mir auf Anhieb sympathisch und wuchs mir sehr schnell ans Herz. Sie möchte nach seinem Tod endlich die Familie kennenlernen und reist nach Tasmanien, weil sie glaubt, dass sie dort Menschen findet, die ihre Trauer verstehen können. Außerdem möchte sie sehen, wie ihr Mann aufwuchs, aber bereits kurz nach ihrer Ankuft stößt sie dort nur auf Ablehnung. Weder sein Vater noch sein Bruder wollen mit ihr reden und flüchten sich in Ausreden. Nur zögerlich erfährt sie schließlich mehr über Jackson, aber sie spürt auch, dass es da noch viel zu viele Geheimnisse gibt, über die niemand mit ihr reden will.

Durch den gefühlvollen und bildhaften Schreibstil kann man sich sehr gut in die Protagonisten hineinfühlen und hat gleichzeitig das Gefühl, ebenfalls auf dieser traumhaften Insel anwesend zu sein. Zudem ist es bereits nach wenigen Seiten so spannend, dass man das Buch überhaupt nicht weglegen mag. Ich habe mit Eva regelrecht mitgelitten und konnte ihren Schmerz sehr gut nachempfinden. Jedesmal wenn man dachte, es geht ihr wieder etwas besser, wurde wieder ein Stückchen des Rätsels gelüftet und alles fiel wieder zusammen wie ein Kartenhaus. Die Geschichte wird aus der Sicht eines Erzählers geschildert und man erfährt so auch viel über die anderen Protagonisten. Selbst Jackson ist stets präsent, da immer wieder einige Gedanken von ihm einfließen. Immer wieder gibt es neue Wendungen, die den Leser die Luft anhalten und mitfühlen lassen.

Mein Fazit:


Insgesamt ein absolut gelungenes und wirklich lesenswertes Buch. Ich war wirklich gefesselt und habe es sehr gemocht, in diese Geschichte einzutauchen!






1 Kommentar:

  1. Eine tolle Rezension ! Auch dieses Buch habe ich gelesen.
    Vielleicht sollten wir bei Gelegenheit zeitgleich ein Buch lesen, des Austausches wegen ;-)
    Ich bin mir sicher, dass wir uns bei der gemeinsamen Schnittmenge auf eines einigen können.^^

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